Katharina beim Papst

Tag 4 der Romreise

Nachtrag zu gestern:

1000 Miglia Teilnehmer?

Gestern kam noch ein illustrer Zeitgenosse an meinem Tisch vorbei. Den wollte ich euch nicht vorenthalten. Die Veranstaltung „1000 Miglia“ fand vom 16. bis 19.6. statt und ist eigentlich ein Oldtimer-Rennen. Ich habe am Donnerstag, also meinem ersten Abend, schon einige Fahrzeuge bewundern und beobachten können und die alten, meist offenen Fahrzeuge gefilmt, wusste damals aber noch nicht, dass sich 1000 Miglia dahinter verbirgt. Der lustige Vogel scheint mir ein Sammler und ein bisschen durchgeknallt zu sein, mit seiner Gieskanne, die er hinter sich herzog!

1000 Miglia Teilnehmer!

Und unten – das war Fabio – mein geschäftstüchtiger Eisverkäufer, der mich mit Chips und Bier an sich binden wollte. Der war einfach froh, dass ein Gast bei ihm vor der Tür saß. Ansonsten hatte er nur Laufkundschaft! Nach Schließung des Ladens gegen Mitternacht wollte er sich betrinken gehen – und mich mitnehmen. *Lach* Oh nein, um 22 Uhr war ich in meinem Hotel!

Fabio

Und ganz strange war die Person – ob es eine Frau war, konnte man nicht erkennen – die in der Sonne am Boden lag, um zu Betteln. Das muss man erstmal aushalten. Ob da Zwang oder Selbstaufgabe dahinter zu vermuten ist? Ich will es gar nicht wissen… Das war an der Mauer der vatikanischen Museen, als ich nach der Führung in der Mittagshitze wieder zurück in die Stadt lief. Einfach menschenunwürdig!

Franziskus – ich verbringe meinen Sonntag mit dir!!!

Rote Schuhe, papstadäquat!

Heute ist Sonntag und ich habe Großes vor. Ich möchte den Pabst zu Gesicht bekommen. Ich habe gehört, dass er um 12 Uhr das Angelus-Gebet aus einem Fenster beten wird und dass man das vom Petersplatz aus verfolgen kann… Das hat mir die coole indische Nonne, meine Sitznachbarin im Flugzeug, erzählt. Also das würde mir völlig reichen – eine Audienz ist wegen mir nicht nötig, da ich nicht gläubig bin. Nur neugierig und offen für alle möglichen Lebensideen!

Also sollte ich wieder um 8 Uhr aufstehen, 9 Uhr zum Hopping Bus, 11 Uhr auf dem Petersplatz sein – so mein Plan. Gestern wurde mir allerdings erklärt, dass meine Haltestelle wegen einer politischen Aktion oder Demonstration am Sonntag früh nicht angefahren werden kann. Das wäre ärgerlich – denn mein Ticket ist nur noch bis 10 Uhr früh am Sonntag gültig – dann sind die 48 Stunden leider um und ich werde nicht mehr in den Bus gelassen.

So entschloss ich mich heute früh, als ich um 6 Uhr noch im Bett liegend den Tag gedanklich plante, dass ich zu Fuß gehen werde. Google Maps zeigte mir, dass ich nur 32 Minuten Fußweg haben werde. Das ist praktisch ein Mittagspausenspaziergang und völlig ok.

Ich liebe Google Maps!

Auf dem Weg zum Petersplatz habe ich auch meine Covid-Teststation gefunden. Ist nur 10 Minuten von meinem Hotel entfernt. Sehr gut. Hier in Rom stehen vor den Apotheken die Zelte, in denen sich jeder testen lassen kann. Ich muss nämlich einen Schnelltest vorweisen, wenn ich ins Flugzeug einsteigen möchte am Dienstag. Das wurde klar kommuniziert im Flugzeug durch die Lufthansa – Crew im Gegensatz zu meiner Anreise. Da konnte mir keiner sagen, dass ich ihn NICHT brauche. Geschichte!

Ah… Hier kann ich mich morgen testen lassen!

Auf dem Petersplatz angekommen – er ist um 10 Uhr noch leer, entschied ich mich zunächst auf die Kuppel hochzufahren – mit dem Aufzug.

Da bin ich.

Es durften entweder nur Familien oder bis zu 3 Personen in den Aufzug rein, damit die Abstandsregeln eingehalten werden konnten. Normalerweise ist der Aufzug für 21 Personen gleichzeitig vorgesehen.

Aufzug ganz korrekt!

Ich besorgte mir einen Tourguide. Und welch technische Rafinesse: Kein Gerät zum Mitnehmen und Umhängen, wie sonst üblich wird verkauft, sondern man wird angewiesen eine App aus dem Google Play Store herunterzuladen und zu installieren. Sie heißt „VOX CITY“. Dann zahlt man 5 Euro für die Kuppel-Führung und 10 Euro für die Dom-Führung. Die entsprechenden Führungen werden vom Personal ausgesucht, so dass man nicht alleine gelassen wird. Vatikan ganz modern und auf der Höhe der Zeit!

Man kann sich damit die einzelnen Erklärungen mit Bild und Ton jederzeit und vor allem auch für immer aufrufen. Am besten mit Bluetooth-Kopfhörern, dann hat man nicht das Geknuddels mit den Mundschutzgummis.

Ich bin immer wieder begeistert, was heute alles Online so geht und frage mich jedes Mal, was die anderen machen, die nicht so internetaffin sind wie ich und keine große Datenpakete laden können oder wollen. Aber so ist nun mal die technische Entwicklung. Ich baue ja darauf, dass es so weitergeht, weil praktisch, aber sich doch bitte einiges im Senioren-Bereich tun sollte. Also alles könnte einfacher, selbsterklärend und auf persönliche Bedürfnisse zugeschnitten sein. Damit alle am Fortschritt teilhaben können.

Die beiden Führungen – Klasse!

Nun gut – auf der Kuppel angekommen, bot sich natürlich eine atemberaubende Aussicht – wer hätte denn das gedacht! Da ich schon in den vatikanischen Museen und auch sonst viel unterwegs war, konnte ich mich erstens gut orientieren und zweitens den Guide zielstrebig nutzen! Hier einige Bilder für den Eindruck und zum Neidisch machen!

Nach dem ausführlichen Genießen der Aussicht stieg ich die Treppen hinab, wollte ich doch den Papst um 12 Uhr live erleben. Auf der Kuppel wurde es außerdem langsam voll und heiß. Über 30 Grad und ein bisschen schwül war es, sodass es gut war, dass ich mir die Führung durch den Dom für später aufbewahrte. Da drinnen kann man schön abkühlen und auf gepolsterten Kirchenbänken ausruhen und neue Energie tanken.

Der Petersplatz war heute wesentlich gefüllter als am Freitag. Das war zu erwarten. Das päpstliche Wappen, das auf einem roten Teppich zu sehen war, hing an der Fassade unterm Fenster des Arbeitszimmers, was bedeutete, dass der Papst für das Angelusgebet bereit ist. So brauchte ich nicht lange warten, bis es losging. Bevor ich ihn sehen konnte, hörte ich es am Gekreische und Applaus der Menge, die durch einen günstigeren Standpunkt in das Innere des Zimmers schauen konnte. Ich stand zunächst an der Seite, weil ich dachte, da wäre ich näher dran und er würde sich weiter aus dem Fenster lehnen… Ha ha ha. Nein, klar – Sicherheitsgründe! Außerdem wurde auf Großbildschirmen das Gebet übertragen. Er las seine Rede, die er ausschließlich in italienisch hielt, ab. Sehr gut gefallen hat mir, dass er am Ende einige Gruppen spontan persönlich begrüßte. So eine Pilgergruppe aus Peru, aus Polen, italienische Pfadfinder und auch andere Gruppen, die natürlich jubelten, als sie angesprochen wurden. Die Atmosphäre erinnerte mich an den Katholikentag in Berlin und Freiburg, an denen ich in den 80er Jahren noch teilgenommen hatte.

So voll war der Platz seit über 1 Jahr nicht mehr

Da ich ja nur ganz schlecht italienisch spreche – ich habe immerhin vor fast 35 Jahren einen Volkshochschulkurs besucht – habe ich mir im Hotel auf vaticannews.va im Internet die deutsche Fassung angehört. Das sollte ja auch bisschen sinnig sein, dass ich mir das gebe. Als Ungläubige – jedoch ist mir dieser Papst sympathisch und ich denke, er macht seine Sache ganz gut – und nein, ich möchte darüber keine Diskussion anfangen.

Kurz zusammengefasst:

Evangelium und Auslegung, Marien-Gebet, Begrüßung der internationalen Gruppen aus Polen, Peru und der italienischen Pfadfinder, Mahlzeit (ja wirklich, er hat den Zuhörern Mahlzeit gewünscht). Den genauen Inhalt und Wortlaut könnt ihr auf Deutsch über den obigen Link und auch auf You Tube anhören.

Nach der recht kurzen ungefähr 20-minütigen Präsenz des Papstes begab ich mich wieder in das Innere des Domes.

Leider musste ich wieder warten, was aber nicht schlimm war. Ich konnte schon einige Stationen auf meinem Tourguide anhören, so dass ich im Dom selbst nicht mehr allzulange verweilen musste.

Meine erste Schlange in Rom
Rucksack durchleuchten. Der Hut musste auch mit durch!

Immerhin war ich insgesamt 5 Stunden nur auf dem heiligen Gelände unterwegs. Von 10 bis 15 Uhr.

Nach einer kurzen Überlegung und Picknick-Pause entschloss ich mich heute, ausnahmsweise direkt wieder in das Hotel zu begeben. Es war schwül, ich war verschwitzt, die Füße taten mal wieder weh.

Also war Entspannung und Erfrischung angesagt!

Alle Klamotten aus, duschen, Klimaanlage an, 1 Stunde ruhen, den Blogartikel schreiben und zur Veröffentlichung vorbereiten.

Das war dann meine Tätigkeit, die ich abschließen wollte, bevor ich mich nochmals in die ewige Stadt begab, um etwas zu Essen. Ein Salat schwebte mir vor!

Das mit dem Salat hat geklappt

Ich sitze bei mir um die Ecke mit Blick auf den Concordia-Platz und genieße die Kühle des Abends. Auf dem Weg hierher kam ich auch am Wax Kabinett vorbei. Vielleicht schaue ich mir das morgen noch an. Spanische Treppe, Engelsburg und Piazza Popolo sind noch im Kopf. Ich bin entspannt.

Polizeipräsenz nach dem Fußballspiel

Der Blogartikel geht jetzt raus. Es war wieder ein toller Tag. Ich bin glücklich. Die Italiener sind es auch, weil ein bisschen Normalität zurück ist und außerdem das Fußballspiel 1:0 ausgegangen ist. Daumen hoch!

Ich verabschiede mich für heute und freue mich, wenn ich euch auch erfreuen konnte.

Liebe Grüße

Eure Katharina Palatina

Veröffentlicht von Katharina Palatina

Ich bin an Vielem interessiert und schreibe über mein Leben, meine Musik und über alles, was mir so in den Sinn kommt!

3 Kommentare zu „Katharina beim Papst

  1. Toller Blog, interessante, gute und humorvoll-kritische Einblicke in einen Stadt-Urlaub😀👍👍

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