Katharina in Rom Tag 2

Ich genieße.

Ich genieße diese Stadt, die mir nicht auf Anhieb sympathisch war… Doch der erste Tag war mega! Ich habe es gestern Abend tatsächlich noch zum Trevibrunnen geschafft. Er war toll beleuchtet und durch die wenigen Menschen wirkte der Springbrunnen so friedlich. Die Carabinieri achteten auf die Maskenpflicht. Ich schätze, dass sich keine 100 Personen dort aufgehalten haben.

Natürlich habe ich das Geld über die rechte Schulter geworfen, sonst bringt es ja nichts. Und es sollte ja was Sinnhaftes hinter dem Tun stehen!

Wusstet ihr, dass vor der Pandemie TÄGLICH 4000 € in den Brunnen geworfen wurden? Entsprechend viele Besucher müssen dann auch täglich dagewesen sein… Na ja. Nach dem Münzen-Wurf hat mein Handy schlapp gemacht und ich bin dann gegen 22 Uhr ins Hotel zurück. Ich glaube, ich habe mittlerweile 3 Powerbanks zu Hause.

Unbenutzte.

Heute frage ich mich, wo die eigentlich sind. Hätte ich mal besser eine davon mitgenommen.

Greenline Tours für 48 Stunden gebucht!

Also Tag 2 begann – nein – nicht mit dem Frühstück! Er begann um 6 Uhr im Bett mit der Buchung eines Hop-On Hop-Off Busses. Meine deutsche Stadtführerin Anna, die ich per WhatsApp kontaktiert hatte, hatte eben sowenig Zeit wie ihre Kollegin Anett „Die deutsche Römerin“, die sie mir empfohlen hatte.

Also entschloss ich mich, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Diese Online-Bucherei ist dermaßen praktisch… Und klappt 100 PRO – einfach, sicher, schnell. Ich habe mir die 48 Stunden – Option gewählt, die mit der ersten Fahrt heute früh um 10 beginnen sollte.

FRÜHSTÜCK!

Um 8 ging ich dann zum Frühstück… Für italienische und vor allem coronabedingte Verhältnisse gab es ein richtig Gutes. Ich aß die Süßteilchen zum Kaffee und konnte ein Schinken-Käse-Brötchen mitnehmen, um für den Notfall gerüstet zu sein. Den Yoghurt nahm ich mit aufs Zimmer für abends als Betthupferl. Mango – Banane – konnte ich nicht stehenlassen.

Gegen 9 Uhr bin ich zum Ausgangspunkt der Citytour gelaufen. Das war notwendig, um einzuchecken. Laut Google Maps ca. 20 Minuten zu Fuß. Also ich wusste ja, dass Rom auf 7 Hügeln erbaut wurde, doch heute habe ich es erlaufen und gesehen.

Geschafft. Ich sitze im Tourbus!

Zunächst bin ich die ganze Hoppe – Tour einmal durchgefahren, ohne auszusteigen, um mir einen Überblick über die Wege und Entfernungen der einzelnen Sehenswürdigkeiten zu verschaffen. Dann entschied ich mich, das Kolosseum zu besuchen – auf eigene Faust. Dort angekommen, ging ich zum Kassenhäuschen – keine Menschenschlange, nur wenige Touristen davorstehend – Chaka!!! Und siehe da – die Kassen waren geschlossen und es war tatsächlich NUR eine online-Buchung möglich.

Da frage ich mich, was Menschen ohne Smartphone und ohne Internet machen. Ah – da gab es noch was – REISEBÜRO, die müssen schließlich auch noch was zu tun haben. Noch bevor ich mein Handy in der Hand hatte, um zu buchen, kümmerte sich wieder ein geschäftstüchtiger Mensch um mich – mit Erfolg. Ich konnte direkt und ohne Wartezeit an einer deutschsprachig geführten Tour teilnehmen. Bezahlung war vor Ort mit EC-Karte (ich hatte nicht genug Bargeld dabei) möglich.

Diese Führung war spitze und würde ich jedem empfehlen. Der Reiseführer – ein junger in Rom lebender Berliner – hat alles sehr anschaulich und überzeugend erzählt. Mit einer Bildermappe hat er dazu noch Vieles veranschaulicht, wie z.B. die verschiedene Baustadien des Kolosseums, Zeichnungen von Kampfsituationen mit den Gladiatoren und andere interessante Dinge! Sehr interessant fand ich, dass die untere Etage komplett für Requisiten aufwendig gebaut war. Es fanden dort Sonnenzelte, Käfige für Raubtiere und Menschen, Verkleidungen für die Gladiatoren etc. Platz. Und sehr beeindruckend war die Ausführung zum Veranstaltungsmanagement: 50.000 Besucher fasste das Kolosseum. Und diese waren durch ein ausgeklügeltes System innerhalb von 20 Minuten drinnen und auf ihren Plätzen und ebenso schnell wieder draußen. Es gab eine strenge Regelung wer wann durch welchen der 80 Ein- bzw. Ausgänge zu gehen hatte. Nach Schichten, Geschlechtern, Bildungsniveau, Funktion und Einfluss. Der Haupteingang, durch den wir auch gingen, war dem Kaiser vorbehalten. Er fuhr mit der Kutsche vor. Die Grausamkeiten der damaligen Zeit (ca. 68 n.Chr. bis 500 n.Chr.) schilderte unser Reiseführer sehr plastisch, interessant und nachhaltig!

Zufällig war derzeitig eine Pompeji-Ausstellung im Durchgang, die wir natürlich dankbar und mit entsprechendem Mehr an Zeitaufwand konsumieren konnten.

Nach dieser 2-Stunden-Führung konnte man mit dem Eintritts-Ticket noch das Forum Romanum und den Palatinhügel gegenüber erkunden.

Bereits um 15 Uhr machte mein Handy mal wieder schlapp… Was tun? Ich brauche es ständig – vor allem um zu fotografieren, aber auch zum Buchen und zum Navigieren. Hm… beim Verlassen des Forums Romanum habe ich meinen ganzen Mut zusammengenommen und die Dame am Ausgang gefragt, ob ich mein Handy mal für 5 Minuten bei ihr laden dürfte… ich hätte meine Powerbank, also das kleine Energiebündel, mit dem man sein Handy unterwegs mit Strom versorgen kann, vergessen (was ja irgendwie auch stimmt). Mit immerhin 42 % bin ich dann weiter in Richtung der nächsten Hop On Station gelaufen.

Dann beschloss ich kurzfristig, in die Vatikanstadt zu laufen, weil ich da am Samstag zur Führung durch die sixtinische Kapelle und die Vatikanmuseen zu einer bestimmten Zeit an einem Treffpunkt sein musste. Ich wollte vorsorglich den Punkt ausmachen, damit ich nicht in Zeitnot oder Stress gerate. Schon mal vor Ort beschloss ich auch gleich mal zum Petersdom zu laufen. Eigentlich hatte ich das gar nicht vor, da ich nicht die angemessene Kleidung anhatte. Heißt es doch, dass Knie und Schulter bedeckt sein müssen und man keine kurzen Hosen oder Hut tragen dürfe. Schon ziemlich schlapp und mit wehen Füßen im Petersdom angekommen, überraschte mich auch hier, dass es nicht mehr Touristen anwesend waren. Es ist schließlich Wochenende und die Italiener hätten zumindest da sein können. So bin ich durch den Eingang – ohne Mühe – ohne Beanstandung – ohne Kritik an meiner nackten Haut und am Hut – in den Dom gelangt.

Der Einlass in die Basilika war fließend, meine Kleidung störte niemand, im Inneren des Doms waren wenige Menschen und es wurde gerade eine Messe abgehalten. Der abgetrennte Teil um den Altar war gut gefüllt und ein Priester hielt die Messe.

Da ich ja nicht so viel von der Kirche im Allgemeinen und insbesondere nichts von der katholischen Kirche halte, habe ich den Aufenthalt lediglich dazu genutzt, die Baukunst zu bewundern, mich im Seitenschiff abzukühlen um sodann etwas gestärkt in Richtung Hotel zu bewegen. Meine Füße taten trotz offener, bequemer Trackingsandalen weh und ich war einfach fertig – und mein Handy schon wieder am Leerwerden…

You’ve got a friend

Tatsächlich traf ich auf dem Rückweg noch einen musizierenden Straßenmusiker mit Gitarre, der „You`ve got a friend“ spielte, just in dem Moment, als ich an der Engelsburg über die Fußgängerbrücke zurücklaufen wollte. Kurzerhand übernahm ich den Gesang, da er offensichtlich nur instrumental mit Gitarre, iPad und kleiner Verstärkerbox, die an einer Autobatterie angeklemmt war, auftrat als Straßenmusiker. Die Polizei hatte ihn zuvor argwöhnisch kontrolliert und ließ ihn gewähren. Aber er erklärte mir, dass er wohl eine Stunde an der gleichen Stelle spielen dürfe und – dass er mal in Mannheim gelebt hätte. Wie klein die Welt doch ist!

Also endlich zurück zum Bus, um zurück in mein Hotel zu gelangen. Eigentlich wollte ich mir auf dem Heimweg ein Eis gönnen. Aber meine Füße taten weh, mein Rücken schmerzte und ich wollte nur noch ins Kühle, mich duschen und ausruhen. Da mein Handy quasi leer war, habe ich den letzten Kilometer mit dem Taxi zurückgelegt. Witzigerweise behauptete der Fahrer, er habe noch nie einen Touristen befördert. Ich sei die Erste. Er hat mich dann für 6 Euro sicher ins Hotel gebracht.

Ich war seine erste Touristin

Ich hätte Google Maps nicht mehr aufrufen können und für längere Suchaktionen hatte ich einfach keine Energie mehr. So sitze ich jetzt frisch und erholt im Hotelzimmer am Notebook und schreibe den Tag nieder. Aber jetzt reicht es mir einfach.

Morgen gibt es wieder mehr. Ich verabschiede mich für heute und werde den Tag Revue passieren lassen.

Liebe Grüße

Eure Katharina Palatina

Veröffentlicht von Katharina Palatina

Ich bin an Vielem interessiert und schreibe über mein Leben, meine Musik und über alles, was mir so in den Sinn kommt!

Ein Kommentar zu “Katharina in Rom Tag 2

  1. Mein vollstes Verständnis für müde Füße und abendliche Erschöpfung ! 🤗
    Ich war vor vielen Jahren mit einer Gruppe für vier Tage in Rom und wir hatten jeden Abend das Gefühl, ganz Rom zu Fuss umrundet zu haben, fielen erschöpft in die Betten. Aber es gibt dort wirklich so Vieles zu sehen, dass selbst vier Tage eigentlich zu kurz waren. Der Trevibrunnen hat mich auch sehr fasziniert – er ist wirklich etwas Besonderes und wurde zu meinem Lieblingsbrunnen. Natürlich warfen wir damals auch Münzen – das gehört einfach dazu. Ich wünsche Dir noch eine schöne Zeit in Rom ! ☺️

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