Live-Musik in Zeiten der Pandemie – Möglich?!

Saxophon macht glücklich!

PANDEMIE – März 2020

Ab März 2020 wurde uns allen so langsam mulmig. Nachdem ich ab Januar aufmerksam die Meldungen zur Verbreitung verfolgt hatte, hatte sich das Coronavirus, das im Dezember 2019 mutmaßlich erstmals auftrat, in unser Leben, in unser beschauliches, friedliches Deutschland geschlichen, uns nach und nach umzingelt und schließlich unser Leben lahmgelegt… Die Umstände, Entwicklung und die Konsequenzen sind hinreichend bekannt.

Nach der Winterpause – November 2019 bis März 2020 – klopfte die Auftrittssaison an die Tür. Mit der Rock’n’Roll Band Just for Fun waren bereits mehr als 10 Gigs vertraglich gebucht. Über das Jahr verteilt hätten wir bis in den späten Herbst hinein auf den Stadtfesten und größten Bühnen der Region in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg vor dankbarem Publikum unseren Applaus abgeholt, hätten Fun, Anerkennung und Geld haben sollen. Daneben waren auch einige Big Band Auftritte mit der Blue Light Big Band auf dem Plan.

Nicht zu vergessen, meine mir ans Herz gewachsene Soloauftritte. Katharina Palatina – Sektempfänge, Geburtstage, Hochzeiten und Firmenevents. Auf diese freute ich mich am meisten! Und dann das – du heilige Scheiße!!!

Anfang März wurde angekündigt, dass es ein Veranstaltungsverbot geben wird. Am Mittwoch, 11. März 2020, war es dann soweit. Alles stockte, alle Events wurden vorläufig gestoppt, bis nach Ostern hieß es. Die WHO erklärte die Epidemie zur weltweiten Pandemie. Wie immer, ist Wikipedia auf der Höhe der Zeit, man kann dort alles nachlesen. Klickt einfach auf den Link. Großveranstaltungen wurden vorerst verboten, es gab den ersten Lockdown. Das Leben, unsere gewohnten Freiheiten – plötzlich eingeschränkt. Unvorstellbar für die Nachkriegsgeneration…

Eine neue Zeiteinteilung brach an – das Leben vor der Pandemie, das Leben mit der Pandemie und bitte hoffentlich bald auch ein Leben nach der Pandemie. Jetzt, da ich meine vollständige Impfung erhalten habe und auf eine baldige Wiederherstellung von halbwegs normalen Lebensumständen hoffe, möchte ich hier einmal resümieren… Was war da alles, was war alles in meinem Leben, in meiner Wahrnehmung, in meiner glückseligen Heimat TROTZ Corona möglich, vor allem (auch) musikalisch?

Mein letzter Auftritt in der Öffentlichkeit mit Just for Fun am 08.03.2020

Ja, das war’s dann… erstmal wurde alles gestoppt. Und ehrlich gesagt… ich fand es gar nicht so schlimm. Diese Entschleunigung, diese Ruhe, keine Proben, keine Auftritte, keine gesellschaftlichen Verpflichtungen. Einfach nur zu Hause sich um sich selbst kümmern, entspannen, überlegen, was man am Heim verschönern, verändern könnte. Überlegen, was man sich kocht (statt Essen zu gehen). Ich entspannte mich und ich kümmerte mich um meine persönliche Entwicklung. Überlegte, was wirklich wichtig ist im Leben. War unendlich dankbar für das, was ich hatte. Überlegte, was mir Freude bereiten könnte. Überlegte, wie ich ANDEREN Freude bereiten könnte. Das Ergebnis:

Nachbarschaftsmusik – wie alles begann!

Am 22.03.2020 waren Musiker in ganz Deutschland aufgefordert, um 18.00 Uhr das Lied „Freude schöner Götter funken“ aus dem Fenster zu spielen, weil der Aufenthalt auf der Straße verboten war. Es war eine tolle Anregung, deren Ursprung ich nicht mehr finden kann. Ich habe von der Idee über Facebook erfahren. Zunächst skeptisch, dann mutig, habe ich mich entschieden, die Aktion zu unterstützen. Da ich eine supertolle Nachbarschaft habe, habe ich diese ermuntert, mich zu begleiten und mit allen gegebenen Möglichkeiten mitzumachen (Trommel, Gitarre und Geige).

Und tatsächlich: Pünktlich um 18 Uhr habe ich das Lied mit dem Saxophon gespielt, unterstützt von den „mit Abstand besten Nachbarn der Welt“. Alle fanden es Klasse, freuten sich, dass es endlich wieder Livemusik gab und zeigten sich mir gegenüber sehr dankbar.

Es war der Anstoß für mich, um in der Folge weitere musikalische Beiträge in der Öffentlichkeit vor meinem Haus zu performen. Die Anlässe ließen nicht auf sich warten: Ostern, Muttertag, Vatertag, Geburtstage, Adventssonntage, Heiligabend… Wieder Ostern, Muttertag und Pfingsten. Ich absolvierte einige Auftritte vor meinem Haus – mit gebührendem Abstand. Die Nachbarn standen gegenüber oder nebenan mit einem Glas Sekt, einer Flasche Bier, einem Glühwein oder auch Tee oder Kaffee in der Hand. Diese von mir initiierten Aktionen brachten uns alle ganz nah zusammen – trotz Abstandsregeln, Lockdown, Personen- und Haushaltsbegrenzungen. Es war eine wunderbare Zeit, eine positive Erfahrung für mich, die ich ohne die Pandemie nicht hätte genießen können!

Muttertag 2020 – Gedenken an meine verstorbene Mutter +2003 und meinen Bruder Wolfgang +20.04.2020

Ja, das war ein aufregendes, spannendes und auch sehr wertvolles Jahr für mich. Mitten im Sommer, als es mit den Infektionszahlen etwas zurückging, fuhr ich spontan in die Toskana, um an einem Gitarrenworkshop mit Michael Koschorreck teilzunehmen. Eine Nacht in Mailand, einen Tag in Florenz, einen Tag in Alterra. Es war traumhaft und ich konnte Musik, Urlaub und Abenteuer verbinden.

Ja – und dann war da noch der Auszug meines Sohnes im November. Irgendwann werden die Kleinen flügge. Es war eine weitere ungewöhnliche Erfahrung den jungen Mann in sein eigenes Leben zu entlassen. Ich bin froh und stolz, ihn soweit gebracht zu haben. Ich freue mich jede Woche über einen Besuch. Wir essen gemeinsam, tauschen und aus und – es hat gar nicht so weh getan.

Jetzt ist das Jahr 2021 schon fast halb vorbei und ich freue mich, auf weitere Musikevents. Zuletzt auf dem Musikantenbuckel – heute Nachmittag. Ich habe auf dem für die Öffentlichkeit geschlossenem Gelände, diesem wundervollen Weinbergsgarten – für den Besitzer und dessen Gäste Saxophon gespielt. Locker, ungezwungen und entspannt.

Anderen eine Freude zu bereiten ist in der Pandemie eines meiner Hauptanliegen.

Ich freue mich über die niedrigen Inzidenz-Werte und werde diese Woche verreisen und nach Rom aufbrechen. Das bietet sich an, da ich vollständigen Impfschutz habe und es noch nicht allzu heiß sein wird. Ich werde ab Mittwoch über diese Reise bloggen – Katharina entdeckt ROM! Erstmals bin ich ohne mein geliebtes Saxophon unterwegs… bin sehr aufgeregt und gespannt.

Rückmeldungen und Anregungen zu meinem Blog sind wie immer willkommen.

Herzlichst Eure Katharina Palatina

Veröffentlicht von Katharina Palatina

Ich bin an Vielem interessiert und schreibe über mein Leben, meine Musik und über alles, was mir so in den Sinn kommt!

Ein Kommentar zu “Live-Musik in Zeiten der Pandemie – Möglich?!

  1. Liebe Monika, ich finde es so wunderbar zu sehen, wie sich die Musik immer wie ein roter Faden durch dein Leben zieht. Und wie du damit andere erfreust! Bleib dir treu … Herzliche Grüße Gudrun

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: