Musik ist mein L(i)eben

Musik ist mein Leben – und meine große Liebe

DEFINITIV

Anfangs noch ein bisschen unstrukturiert!


Puh… Zu dieser Erkenntnis muss man erst einmal kommen. Genauso wie zu der Erkenntnis:

Music was my first love..

Diesen Slogan benutze ich ja schon sehr, sehr lange. Hatte ich diesen Song doch schon einige Zeit vor meiner aktiven Musikkarriere schätzen und lieben gelernt.

Es ist der bekannteste Hit von John Miles und wurde bereits 1976 veröffentlicht und lief im Radio damals rauf und runter. Und in meinem Elternhaus lief immer irgendwo ein Radio. Egal ob in der Küche am Herd, bei meinen Brüdern im Zimmer oder im Esszimmer. Dort wurde es allerdings zur Essenszeit ausgeschaltet. Ich war also ganztägig umgeben von Musik, erledigte auch meine schulischen Hausaufgaben, schnell und unkompliziert mit Musik… wenn ihr wisst, was ich damit meine😎😂.

Ich hatte gerade mein unrühmliches Geigenstadium hinter mir gelassen. Ich war unglücklich darüber, dass ich ein Instrument lernen musste, was mir nicht zusagte. Hätte ich doch viel lieber Klavier, wie meine Freundin Meggy oder Gitarre wie mein Schulkamerad Kosho gelernt. Ich war unmotiviert, deprimiert, habe resigniert und überhaupt deutete nichts darauf hin, dass Musik noch eine wesentliche Rolle spielen würde in meinem Leben – obwohl: Immerhin sang ich im Kinder – und Kirchenchor, solange ich Teenager war. Hm… ansonsten?

2010… mit gebogenem Sopransaxophon, das jetzt von Florian Haubold gespielt wird!

Jazzgymnastik, Disco, Tanzschule, Karaokebar

Ich liebte Jazzgymnastik – ob als Schulsport oder in Gruppen außerhalb des edukativen Zwangs. Ich tanzte gerne, zunächst in der Dorfjugenddisco, später im Tanzkurs in der Tanzschule Wienholt – konnte bis zum Goldkurs der Tanzschule alles tanzen. Hatte leider nicht den adäquaten Tanzpartner, sodass ich nach dem Fortgeschrittenenkurs auch dieses Hobby nicht weiterverfolgte. So tanzte ich jedes Wochenende stundenlang auf den Tanzflächen der Diskotheken im Umkreis von 30 Kilometern meines Heimatwohnortes immer auch nach einem geeigneten Tänzer Ausschau haltend, der zudem charakterlich und optisch zu mir passen könnte.

FEHLANZEIGE!

Mit Tom Wa 2013 in Stuttgart. Begleitung zu Feeling Good

Ah ja, fast hätte ich es vergessen:

In unserem Haus lief das BASF-Tonbandgerät laut und heiß mit Beatles, Bee Gees, Simon and Garfunkel und den Rolling Stones. Das Gerät, damals eines der besten und modernsten, war der ganze Stolz meines Bruders und ich durfte das Wunder an Technik täglich genießen!

Meine Eltern waren sehr tolerant und geduldig… eine gewisse Zeit lang. Später haben meine „großen“ Brüder auch die Klassik entdeckt, sodass ich auch mit Bach, Beethoven, Mozart (Die kleine Nachtmusik), André Rieu und Ravel (Bolero) und so weiter beschallt wurde!

Dies kam mir zugute und ich liebte und liebe noch immer klassische Musik – in Maßen!

Waren die Fernsehsendungen SCHULD?

In Zeiten, in denen es nur 3 Fernsehprogramme gab und um Mitternacht das Testbild flimmerte und der Farbfernseher gerade mal erfunden war, fühlten wir uns reich! Und unter der Woche war das Sandmännchen definitiv das Letzte, was ich schauen durfte – Ende um 19 Uhr!!!

…bis ich dann auch mal den Heimatmusiksendungen meiner Mutter (eine waschechte Bajuwarin) beiwohnen durfte – meist am Samstagnachmittag.

Diese Volksfeste mit Blasmusik mochte ich zwar nicht ganz so gerne, denn das war aus meiner kindlichen Ansicht eben nur was für die Alten… Aber diese unverfänglichen Sendungen anzuschauen mit der Familie war immer noch besser, als sich langweilen oder alleine in seinem Zimmer zubringen zu müssen.

Karaoke Begleitung zu „Über 7 Brücken musst du gehen“

Interessanter und cooler fand ich „Die Hitparade“ mit Dieter Thomas Heck. Und da halte ich es wie Laschet:

Ich habe noch immer einige Textzeilen der Hits im Kopf… Er gehört zu mir, Mendocino, es geht eine Träne auf Reisen und Theo wir fahrn nach Lodz konnte ich mitsingen und lernte durch die Texte die wesentlichen Spielregeln, den Herzschmerz und Weisheiten für mein noch vor mir liegendes Leben kennen.

Die ersten 6 Lebensjahre sind prägend!

Also am Samstagabend durfte ich im ZDF die Hitparade gucken. Das war für mich als Vorschulkind etwas ganz Besonderes und lange Zeit das Highlight der Woche. Später kamen die immer beliebter werdenden Quizsendungen hinzu.

Hierzu gehörten insbesondere Musik ist Trumpf, Der goldene Schuss, Dalli Dalli oder Einer wird gewinnen damals noch mit Joachim Kulenkampff, Erkennen Sie die Melodie oder die Rudi Carell Show und nicht zu vergessen, die Montagsmaler und Der große Preis mit Wim Thoelke und Wum, dem niedlichen Hund.

Wum

Oh, was habe ich es geliebt, im Schlafanzug bei den Erwachsenen vorm Fernseher zu sitzen oder halb liegen zu dürfen! Ich war natürlich müde so spät abends…

Dalli Dalli lief meines Wissens Donnerstags Abends… stimmt das? Diese Sendung fand ich persönlich nicht so toll (ich bin eher eine Langsame und wetteifere nicht gerne). Aber es war eine gute Gelegenheit auch unter der Woche länger aufbleiben zu dürfen. Und es gab am Ende immer einen Abspann, der besagte, dass das Jochen BRAUER  Sextett die musikalische Begleitung der Show spielte. Das war für mich und unsere Familie etwas ganz Besonderes. Wir waren erstaunt, dass jemand den gleichen Namen wie wir hatte (also meinen richtigen damaligen Familiennamen).

Dalli Dalli

Ich erinnere, dass Palatina ein Künstlername ist. Kannten wir doch sonst niemanden der genauso hieß, wie wir! Nicht einmal in der uns bekannten Verwandtschaft gab es diesen Namen noch, weil die männlichen Brauers durch den Krieg weitgehend ausgelöscht waren.

Also Jochen Brauer war für mich ein besonderer Name, mehr zunächst nicht. Nicht wissend, dass ich 40 Jahre später mit ihm auf der Bühne stehen würde, nicht wissend, dass ich wie er Saxophon und Gesang auf der Bühne präsentieren würde. Er hat mich damals auch nicht beeindruckt, weder die Musik noch die Instrumente – es war einfach nur der Name im Abspann… Wow! Es gab jemanden, der so hieß wie ich und der im Fernsehen auftreten durfte. Das bewunderte ich – sonst NIX! Ich habe die Musik bestimmt nicht als unangenehm wahrgenommen. Und möglicherweise hat sich damals schon etwas in mein Unterbewusstsein eingeprägt. Denn Saxophon geriet erst in mein Radar als ich schon fast 30 Jahre alt war. Und es sollte nochmals fünf Jahre dauern, bis ich es tatsächlich erlernte.

Als ich dann mit Anfang 30 Gesangs- und Saxophonunterricht nahm, war mir Jochen Brauer nicht mehr präsent. Erst als ich ihn 2006 in Mannheim in der Feuerwache anlässlich einer Antirassismus-Veranstaltung spielen und das Lied „Georgia“ singen hörte, flammte die Erinnerung an ihn auf. Ich war hin und weg und nahm nach dem Konzert mit ihm Kontakt auf. Ich sagte zu ihm, dass ich ihn schon seit meiner Kindheit aus den TV-Shows kennen und dass ich mittlerweile selbst auch Saxophon spielen würde und dass ich auch den Song „Georgia“ im Gesangsrepertoire hätte.

Mein Herz klopfte. Dann eröffnete ich ihm, dass ich den gleichen Nachnamen tragen und ihn bewundern würde. Scherzhaft meinte er zu mir, dass wir ja mal gemeinsam Straßenmusik machen könnten. Ich erwiderte, dass ich dafür erst noch ein bisschen üben müsste. Ich war damals noch absolut schlecht , also ein „relativer“ Anfänger, der gerade mal begann, solistisch laufen zu lernen.

Das mit der Straßenmusik wurde leider nix

Na ja, mit der Straßenmusik hat es nicht geklappt mit Jochen, und ich habe mich auch nicht getraut, neben ihm mein Saxophon zu spielen, neben diesem virtuosen genialen Künstler und Jazzer… aber:

Bei einer Gelegenheit eines Auftrittes im Schlossgarten in Herxheim habe ich Jochen gefragt, ob ich mit ihm und seiner Band einen Song darbieten dürfte. Ich glaube, es war „All of me“, mein allererstes Sologesangsstück ever. Ich war ganz aufgeregt… Er war total nett und hat mich eingeladen und mir das Du angeboten! Boah…. toll, ein toller Saxophonist, ein toller Mensch, unaufgeregt, bescheiden und eine Ikone in der Jazz-Musikerwelt nicht nur Mannheims. Ich war so stolz. Ich sollte noch ein paar Mal die Ehre und Gelegenheit haben, mit ihm auf der Bühne zu stehen.

Einmal war ich als Gastsängerin mit seinem Jazzquartett mit Thomas Stabenow auf der Bühne und ein anderes Mal mit der Rhine-Stream-Jazzband.

Ich bin heute noch beseelt und es erfüllt mich mit Freude, wenn ich an diese für mich doch sehr aufregenden Auftritte denke. Am 02. Oktober 2018 ist Jochen Brauer gestorben. Er wurde 89 Jahre alt!

Ich bin für diese musikalische und noch mehr menschlich ergreifende Erfahrung wahnsinnig dankbar!

Rhine-Stream-Jazz Band anlässlich der Einweihung PX de Dom Mannheim

Ja – Musik ist mein L(i)eben, wenn ich zurückblicke, dann gibt es daran gar keinen Zweifel! Ich habe mit ihr meine tiefsten Tiefen überwinden können und so viel Freude in mein Leben gezogen. Ich freue mich über Rückmeldungen positiver oder auch anregender Art und auf den nächsten Monat, wenn ich euch im Juni wieder einen weiteren Blogartikel über meine Musikwelt präsentieren darf! Habt eine schöne Zeit❣

Herzlichst eure Katharina Palatina

Veröffentlicht von Katharina Palatina

Ich bin an Vielem interessiert und schreibe über mein Leben, meine Musik und über alles, was mir so in den Sinn kommt!

6 Kommentare zu „Musik ist mein L(i)eben

  1. Bin leider nicht an der richtigen Stelle abgebogen, also ist aus mir nur ein Konservenmusiker damals geworden. Liest sich aber gut. Wünsch dir noch viel Erfolg.

  2. Danke liebe Monika für den spannenden Einblick in Dein Musikerleben! Ich drücke die Daumen, dass Du es bald noch intensiver leben kannst. Herzliche Grüße aus Lanzarote, Gudrun

    1. Hallo Gudrun, Danke für deinen lieben Kommentar… ist mir aus dem Blick geraten. Am Donnerstag fliege ich nach Rom und freue mich schon auf meinen Reisebericht. Vielleicht magst du mitlesen? Liebe Grüße Monika Katharina

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