Florenz ich komme!

Wolkenloser Himmel, kühle Luft

Heute habe ich einen straffen Zeitplan:

  • Früh aufstehen
  • 8 Uhr frühstücken
  • Auto waschen lassen
  • 9 Uhr Abfahrt Florenz
  • 10 Uhr Ankunft am Dom
  • 18 Uhr Rückfahrt
  • 19.30 Uhr Abendessen
  • 22 Uhr Session
  • ?? Schlafen gehen
Frühstücksterrasse

Also das mit dem früh Aufstehen hat geklappt. Und ich war die Erste auf der Frühstücksterrasse. Das Frühstück wird wegen Corona vom Personal auf Tellern vorbereitet. Das umfangreiche Buffet ist nicht frei zugänglich. Das Frühstück wird auf Verlangen zusammengestellt. Das Personal trägt wie immer Maske, wie die Gäste auch. Auf die Corona Pandemie wird auch hier angemessen reagiert und ich fühle mich gut geschützt.

Tomaten mit Geschmack

Das Frühstück ist allumfassend. Es gibt Vieles aus eigener Produktion, wie Feigenmarmelade, Tomaten und das Obst.

Unfassbar schmutzig

Nach dem Frühstück fahre ich los. Mein Auto ist unfassbar staubig. Durch den Gewitterregen gibt es zusätzlich fette Tropfenflecken auf dem Lack und vor allem auf der Heckscheibe. Eine Waschanlage muss her. An einer Tankstelle in Figline bekomme ich einen Geheimtipp einer Hinterhofwaschanlage. Einzig die Verständigung gestaltet sich schwierig… Wertmünzen, Geldwechseln, Reihenfolge der Bedienung, Personal, das weder Englisch noch Deutsch spricht oder versteht. Puh, schwierig, aber nicht unmöglich gelingt es mir die Anlage in Gang zu versetzen und das Fahrzeug stadtfein aufzupeppen.

Car Wash, Yeah!

Plangemäß um 10 Uhr stehe ich mitten in der Stadt in der Citygarage. 35 Euro pro Tag, normaler Preis für ein Ticket. So war es auch schon in Mailand. Öffentliche Verkehrsmittel erspare ich mir. Eine Stunde im Zug mit Maske stelle ich mir unerträglich vor.

City Garage – Chaka!

100 m vom Dom entfernt wird mein Auto hoffentlich sicher geparkt. Den Schlüssel gibt man ab, das Fahrzeug verschwindet im Irgendwo. In 5 Minuten stehe ich vor dem Dom. Im Schatten steht eine lange Schlange. Es ist kurz nach halb Elf. Ich stelle mich einfach dazu und schreibe meinen Blog. Das ist total praktisch.

Nur noch 30 Meter!

Gleich bin ich Vorne. Ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung, was mich erwartet. Neben mir stehen Pferdekutschen, die Touristen zum Dom gebracht haben. Nice!

Wie in Wien…
Pause mit Hafersack

Ich habe großes Glück, dass ich so zeitig hier war. Die Schlange war vermutlich nicht so lange, wie sie heute Nachmittag sein wird und ich stand komplett im Schatten. Jetzt hab ich es geschafft, und die Stirn wird mit einem Fieberthermometer gemessen. Erste Hürde – check! Kaum ist man in der Kathedrale drin, wird die Tasche kontrolliert und der Körper gescannt. Auch das war problemlos.

JA! Ich bin drin.

Kerze an und beten

Ich bin ein unchristlicher Mensch, bzw. gehöre ich aus Überzeugung keiner Religionsgemeinschaft mehr an. Mein Sohn ist nicht getauft. Jedoch bestaune ich die pompösen Bauten der Kirche und erfreue mich an der Kunst, die mich immer wieder beeindruckt. Welches Leid die Kirche und der Bau solcher riesigen Kathedralen verursacht hat, blende ich aus. Meine Mutter war eine gebürtige Bayerin und bis zu ihrem Tod sehr religiös und hat die katholische Kirche gelebt. Ihr zu Ehren zünde ich immer ein Teelicht an, denke dankbar an sie und werfe auch einen kleinen Obulus in die Spendensäule. Ich weiß, dass es sie freuen wird, da wo sie jetzt ist. Am liebsten mag ich die bunten kunstvollen Fenster, die das Licht milde herein scheinen lassen.

Oh je… Schmerzen

Pfälzer Füße in Mailänder Schuhen. Das konnte nicht gutgehen. Aufgrund früherer Erfahrungen habe ich Pflaster dabei. Im Schatten eines Postkartenshops picknicke ich mein Frühstücksbrot zusammen mit dem Gaul vor dem Dom, bevor es weiter geht!

Nachdem ich meinen Wunden am Fuß etwas Erholung gegönnt habe, gehe ich weiter. Mich treibt es durch die Altstadt vorbei an der Kathedrale, wo ich mir die ganzen Künstler anschaue, die dort aquarellmalen und auch Karikaturen-Portraits innerhalb von 3 Minuten anbieten.

Unvermittelt stoße ich auf ein Museum über das Wirken von Leonardo da Vinci. Es handelt sich um einen unscheinbaren kleinen Laden. Das stärkste Argument dort hinein zu gehen war, dass keine Warteschlange davor stand und es erschien mir sehenswert. Ich gehe also hinein und löse eine Eintrittskarte und kaufe mir gleich an der Kasse eine geprägte Sondermünze, die Glück bringen soll. Im Innern erwarten mich ganz viele Konstruktionen, die Leonardo da Vinci zu verdanken sind. Mit großem Interesse gehe ich durch die Räume. Nur die Maske stört mich ein wenig. Nachdem ich wieder ins Freie trete, bemerke ich, dass mein Fuß immer noch sehr schmerzt, trotz des schützenden Pflasters.

Glücklicherweise gibt es in Florenz viele kleine Läden, die allesamt reduzierte Ware anbieten. Den nächsten Schuhladen sollte ich erobern. Ich schaute kurz über das Sortiment und fand einen Sneaker, der mit Glitzerherzchen verziert war. Ich empfand ihn als witzig und vielleicht sogar bühnentauglich. Also nahm ich ihn kurzerhand mit. Das Schnäppchen war über 40 Prozent günstiger und ist in meiner Tasche gelandet. Ich wechselte also die Mailänder Sandale mit dem Florentiner und streifte weiter durch die Altstadt von Florenz. Ich hatte Mühe, den Überblick zu bewahren. Wo bin ich eigentlich, wo wollte ich hin und wo gibt es noch sehenswerte Attraktionen? Leider hat der Akku meines Handys geschwächelt. Ich konnte plötzlich weder ins Internet, noch traute ich mich großartig zu recherchieren, was es denn an Sehenswürdigkeiten geben könnte. Mir war es wichtiger, von dem, was ich sah noch ein paar Fotos zu schießen. So trottete ich dahin und meine Füße – ihr könnt’s erraten, taten weiterhin weh. Allerdings hat sich der neue Schuh eine andere Reibungsstelle ausgesucht, so dass ich noch mehr Schmerzen hatte und mit etwas betrippeltem Gesicht durch die Gassen lief.

Nach der Besichtigung des Museum Leonardo da Vinci, als ich dann weiter durch die Altstadt trottete, begegnete mir ein Google Streetview Fahrzeug. Also falls ihr mich einmal in Florenz im Straßenbild auf Google Maps in Florenz entdecken solltet, das bin wirklich ich. Ich habe keine Ahnung, ob ich wegretuschiert werde😂.

Offensichtlich meine missliche Lage erkennend, sprach mich aus einem kleinen grünen Elektroauto heraus ein älterer netter Herr an. Er bot mir an, eine Stadtrundfahrt mit ihm zu machen. Zunächst hatte ich das überhaupt nicht vor. Allerdings überlegte ich aufgrund meiner schmerzenden Füße diese Fügung, dieses Geschenk des Himmels, anzunehmen. Auf meiner Uhr war es gerade mal halb drei und ich hatte mir vorgenommen bis 18 Uhr zu bleiben. Insofern war noch jede Menge Zeit und ich willigte schließlich ein, die große Stadttour mit ihm zu machen.

Toni, mein Stadtführer, mein personal guide

Die Stadtrundfahrt stellte sich als ein großer Gewinn heraus. Mein Fahrer, ich nenne ihn der Einfachheit halber mal Toni, erklärte mir Vieles in Englisch. Aber das allerbeste war, dass er auf einem kleinen Pad die Stadtführung mit insgesamt 18 Stationen in deutscher Sprache dabei hatte. Über eine Lautsprecherbox konnte ich so an jedem Platz, an jeder Sehenswürdigkeit, an jedem Denkmal das Wichtigste erfahren. Er hatte sogar ein Ladekabel für mein Galaxy Note 10 dabei, was mir den restlichen Tag und den Akku rettete😇.

Irgendwann erzählte er mir, dass seine erste Freundin eine Deutsche gewesen sei aus Köln und ebenfalls Monika hieß😊. Das wird wohl ein italienischer Trick sein und ich gehe davon aus, dass die nächste Dame, die er durch die Stadt fährt erzählt bekommt, dass seine erste Freundin Maria oder Regina oder Claudia hieß und aus Deutschland stammte. Aber egal, Hauptsache war für mich, dass ich mich wohl fühlte. Ich hatte Vertrauen in Toni und er führte mich wirklich durch alle Gassen und verbotenerweise durch Fußgängerbereiche. Er zeigte mir Bauten und Ecken in Florenz, die man als Tourist normalerweise nicht zu Gesicht bekommt.

Nach einem wirklich langen Tag gönnte ich mir vor der Kathedrale sitzend noch eine Flasche Mineralwasser und erholte mich von den Strapazen des heißen Tages. Hatte ich doch noch nach der ausgiebigen Stadttour die Ponte Vecchio aus der Nähe angeschaut, auf der sich die ganzen Schmuckläden befinden. Ich wollte eigentlich einen Ring als Souvenir bzw. eine Erinnerung kaufen. Mir erschienen jedoch die Preise für einen kleinen schmalen goldenen Ring mit Glasstein etwas überteuert und ich verzichtete auf das Mitbringsel und kaufte mir stattdessen einen Aufkleber „Firenze“, den ich mir auf meine Gitarrenhülle kleben werde. Dort kleben nämlich schon Sticker von Berlin und Rostock wo ich bereits 1991 mit Gitarre und Lagerfeuermusik gewesen bin. Damals war ich auf dem Konzert der Rolling Stones in Berlin im Olympiastadion – es war die Jungle Tour. Daran erinnere ich mich noch sehr gerne.

Letzte Vorspeise
Betthupferl

Abends wollte ich nach dem Abendessen einfach nur noch ins Bett, denn die Heimfahrt steht bevor! Die Teilnehmersession ließ ich ausfallen. Nach einer kurzen Gitarreneinlage auf meiner Terrasse geht es ab ins Bett…

Veröffentlicht von Katharina Palatina

Ich bin an Vielem interessiert und schreibe über mein Leben, meine Musik und über alles, was mir so in den Sinn kommt!

3 Kommentare zu „Florenz ich komme!

  1. Wunderschöne Aufnahmen, sowohl von der Frühstücksterrasse, als auch von der Kathedrale (und Dir selbst 😉). Schön, dass Du Dir die Zeit dafür nimmst und sie offensichtlich auch genießen kannst. Ich wünsche Dir weiterhin viel Freude !
    S.

    1. Liebe Silke, Danke füe deinen lieben Kommentar. Dad kostet Zeit und man kann es wohl nur als Alleinreisende so ausführlich machen. Mir macht es Spaß. Es ist ein Reisetagebuch für mich selbst für die Ewigkeit, denn das Netz vergisst nicht!😇

      1. Ein guter Gedanke : Reisetagebuch via Internet – für die Ewigkeit. Und ja, es vespert sich definitiv netter zu zweit (mit Pferd 😉).

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