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HANS und HÄNSCHEN

Das Leben ist eine Reise – kein Wettrennen

Über den Alpen

Na ja, den Satz werdet ihr schon kennen. Keine neue Lebensweisheit, kein AHA!-Satz für vermutlich die meisten meiner Leser… Doch viele „altkluge“ Sätze, die uns unsere Eltern mit auf den Weg gaben, stellen sich mit der Zeit als ewig gültiges altes und hilfreiches Wissen heraus – und plötzlich findet man die gar nicht mehr so altbacken. Und wir wollten doch nie wie unsere Eltern werden und denken…

Liebe deinen Nächsten wie dich selbst – das ist auch so einer… oder was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. OHHHH! Da möchte ich mal einhaken!!!

Was Hänschen nicht gelernt hat, kann Hans noch nachholen

Terrassenmusik

Also ehrlich… wenn man ungünstige Voraussetzungen in der Jugend verantwortlich macht, dass aus einem nix geworden ist, dann hat man etwas nicht verstanden. Wenn man alles auf die schlechte Welt schiebt, dass man nicht das erreicht hat, was man sich „erträumt“ hat, dann hat man die Verantwortung abgegeben und bleibt stehen, wird nie zufrieden werden.

Meine Erfahrung ist, dass es insbesondere in der heutigen Zeit, mehr als genug Möglichkeiten gibt, zu wachsen, Träume wahr werden zu lassen und sich zu einer Persönlichkeit entwickeln zu können, die Erfüllung, Zufriedenheit und Glück erleben kann. Und das ist kein Hexenwerk. Allerdings gibt es einige Hürden zu überwinden und man muss es wirklich wollen.

Musik – Spätberufene?

Immerhin sollte ich -wie in einem früheren Blogbeitrag dargelegt- mit 10 Jahren Geige lernen. Das passte leider gar nicht zu meiner damaligen sonstigen Lebensrealität, weshalb ich mich mit diesem Instrument nicht wohlfühlen konnte. Allerdings war Musik DAS was mein Leben ausmachte… IMMER. Es begann mit den orffschen Instrumenten, mit dem Singen im Kinder- und Kirchenchor (wo denn sonst) und mit der unglücklichen Geigenwahl meiner Musikschule, die meinte ich wäre so begabt und ich müsse dieses Instrument lernen. Ja – und da Lehrer ja die besseren Menschen waren, sind meine Eltern ebenfalls diesem Rat gefolgt. Geschichte!

Musik im Weinbergsgarten

Viele Jahre des Erfahrens und Lernens liegen hinter mir. Und eines ist mir klar: Ich bin keine Spätberufene, sondern eine echte und leidenschaftliche Musikerin. Dass der Weg steinig, die Voraussetzungen nicht optimal waren, hat mich gestärkt. Ich bin gewachsen und erfreue mich an einem klingenden Leben. Musik mit der Big Band oder für die Nachbarn, einige Jahre Rock’n‘ Roll Band, Musik im Wald oder Straßenmusik. Musik anlässlich Feiern jeglicher Art… das Ausleben meiner Leidenschaft bereitet mir große Freude. Bis ich es unbelastet genießen konnte, gab es viele Steine aus dem Weg zu räumen. Der letze größte und wichtigste Brocken war:

Liebe dich selbst wie deinen Nächsten

Ja – der Satz… Klasse. Früh gelernt und nicht kapiert. Denn wenn man den Eindruck hat, dass man sich Liebe verdienen und erarbeiten muss, dass es die nur gibt, wenn man gut in der Schule, höflich zu anderen und strebsam ist, dann fühlt man diese Liebe weder zu sich selbst, noch zum Nächsten. Denn ich habe ja heimlich geraucht, also war ich „schlecht“, habe meine Eltern belogen, also habe ich „gesündigt“ – nicht liebenswert – nein, nein! Also um das Klarzustellen: Das haben mir meine Eltern nie vorgehalten oder gezeigt, dass sie mich nicht liebenswert finden. Im Gegenteil: Mit Worten hat meine Mutter mir und meinen Geschwistern in weniger gestressten Situationen oder wenn man sie gefragt hat schon gesagt: Ich habe euch alle gleich lieb. Auch mit Taten, wie das gesunde Essen, das täglich frisch zubereitet wurde, die vielen leckeren Kuchen hat sie ihre Liebe gezeigt. Doch die tägliche Lebenssituation und das Verhalten hatten auch andere Ausprägungen. Wer elterliche Liebe und Zuneigung selbst nicht erfahren konnte, kann diese ECHTE LIEBE auch nicht weitergeben. Das Unterbewusstsein nimmt alle feinen Nuancen wahr – und steuert uns durch den Tag. Von den 60.000 Gedanken, die wir täglich denken, sind 98 % alte Gedanken. Und nur 2 % denken wir neu. Also ist doch klar, was wir denken… die immer gleichen Sätze und Erfahrungen von früher. Deshalb braucht es Bewusstsein, wenn man sein Leben verändern möchte:

Lebensaufgabe: Selbstliebe erlernen

Hahahaha – ist doch einfach. Ach du lieber Gott, was schreibt sie jetzt für einen Mist… Na ja, möge lachen, wer will. Manchen wird das Lachen im Hals stecken bleiben. Jeder, der sich mit anderen vergleicht, denkt, dass er nicht gut genug ist, der sich nicht traut, ganz authentisch sich selbst zu sein, darf an seiner Selbstliebe arbeiten. Ich bin jedenfalls ein ganzes Stück weiter gekommen und bin sehr froh darüber.

Hatte ich bis vor kurzem immer noch Selbstzweifel, ob ich denn gut genug bin (musikalisch), ob ich denn so einfach meine Musik präsentieren darf (den Nachbarn zum Beispiel). Noch vor einem Jahr, als ich im März zu Beginn des Lockdowns bei der Aktion Musik aus dem Fenster mitmachte, hatte ich belastende Gefühle und Selbstzweifel. Darf ich das? Finden die Nachbarn das nicht überheblich? Was soll das, 10 Sekunden an die Freude aus dem Fenster spielen – in einer Wohngegend? Stört das nicht? Wer bin ich denn, dass ich mir das herausnehme? Bin ich denn eine „Musikerin“ – oder waren damit nicht die Vollprofis gemeint, die das von klein auf studiert haben? Ui, Ui, Ui!

Ich bin genug

Mohnblumen stehen für mich für die Fülle des Lebens

Zu lernen, dass ich gut genug bin, dass ich eigentlich schon immer und zu jeder Zeit gut genug war und immer gut genug sein werde, war einer meiner größten Erkenntnisse in der Pandemie-Zeit. Denn: Wer möchte denn beurteilen, wann ich „gut genug“ bin. Die Eltern, die Arbeitskollegen, die Menschen am Wohnort… Wie viel Prozent müssen mich gut finden, damit ich gut genug bin? 5 Prozent, 50 Prozent, 90 Prozent?

Die genialsten Künstler und Musiker fanden sich zu ihrem Todeszeitpunkt immer noch „schlecht“ oder „nicht gut genug“. Ich erinnere an Charlie Parker, den Saxophon-Gott. Er war ein genialer Saxophonist, der leider eine tragische Lebensgeschichte aufweist…

Deshalb: DANKE für diese Zeit des Erwachens – meines Erwachens.

Waldmusik…

Wann fühlst du dich endlich gut genug? Wann wirst du dich selbst lieben, damit du deinen Nächsten lieben kannst? Ohne Verurteilungen, ohne Vergleiche? Diese Frage habe ich mir gestellt. Und jetzt ist mir klar: Ich war immer gut genug, sonst wäre ich ja anders gewesen. Diese Erkenntnis und die Annahme meines Inneren Kindes halfen. Ich kann es jedem oder jeder nur empfehlen, sich einmal damit zu beschäftigen!

Nicht immer komfortabel ausgebaut – der Lebensweg, aber schön und spannend!

Ich habe eine lange Reise hinter mir und hoffentlich auch noch eine lange Reise vor mir – also 90 Jahre alt werden erscheint mir ein erstrebenswertes Ziel. Dabei möchte ich wach und lernwillig bleiben. Gerne teile ich meine Erkenntnisse, Erfahrungen und Methoden, wie ich zu einem zufriedenen, selbstbewussten Menschen wurde und noch immer werde. Eine frühberufene Musikerin, die erst spät ihren Wert und ihre Selbstliebe entdeckt hat. Ja – ich bin, war und werde immer gut genug sein!

Liebe Grüße und eine schöne Sommerzeit wünscht euch eure

Katharina Palatina

Wie immer freue ich mich auf Rückmeldungen und Anregungen zu meinem Blogbeitrag! Lasst mich wissen, was euch noch interessiert!

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ROM – Nachlese

Zurück zu Hause!

Tag 1 nach Rom

Jetzt bin ich also wieder zu Hause. Schön war die Ankunft, die Begrüßung durch meinen Kater Filou und der Begrüßungssekt mit den Nachbarn. Die Blumenpflege hat bestens geklappt, der Kater ist nicht verhungert. Er genießt meine Anwesenheit und folgt mir auf Schritt und Tritt. Im Bett fühlt er sich wohl und kuschelt sich zu mir – und ich mich zu ihm.

Filou genießt

Jetzt hieß es heute erstmal Wäsche waschen und Gepäck zurückbauen. Hab ich eigentlich meine Taschen- und Schuhauswahl schon gezeigt? Ach nein… also hier ist sie. Und ich habe jeden Schuh getragen. Nicht zu sehen sind die Hotelschlappen. Ich habe sie nicht mitgenommen. Wie ich schon vorher lesen konnte im Internet, kann man hohe Absatzschuhe man in Rom vergessen. Absolute Beinbruchgefahr!

Als allererstes habe ich meine drei Powerbanks gesucht und aufgeladen. So etwas wie in Rom wird mir garantiert nicht mehr passieren. Die von mir gekaufte Powerbank hat tatsächlich in einer ganzen Nacht mein Smartphone nur auf 37 % Ladung gebracht! Und jetzt? Lehrgeld bezahlt. Na ja, 10 Euro – billiger als ein Parkverstoß.

Powerbank anzubieten!

BEST OF

Der Petersdom mit Papst-Gebet, die Kuppelbesteigung, die vatikanischen Museen mit ihren unermesslichen Reichtümern und das Kolosseum mit der beeindruckenden Führung. Natürlich war alles irgendwie beeindruckend. Auch die unendliche Gastfreundlichkeit, das italienische Temperament der Bauarbeiter, den Kellnern und den Polizisten, die immer schnell zur Stelle waren, wenn gegen Corona-Auflagen verstoßen wurde.

Der Trevibrunnen ist allerdings der absolute Hauptgewinner meiner Eindrücke und bekommt 5 Sterne! Ich bin glücklich, ihn gesehen zu haben. Und ich bin glücklich, dass ich überhaupt an den Beckenrand vordringen konnte, ohne gleich von Menschenmassen erdrückt zu werden. Wirklich einmalig und der schönste Platz im ganzen Rom!

Die japanische Nonne im Flugzeug, die sooo nett und modern war und glücklich und zufrieden wirkte. Sie strahlte Freude und Ruhe aus und ich fühlte mich gut aufgehoben bei ihr. Was für eine Fügung, wo ich doch unbedingt den Papst sehen wollte.

Selfie – She liked it!

Sie trug ein Smartarmband, wollte ebenfalls ein Selfie mit mir auf ihrem Smartphone haben und machte das Peace-Zeichen, sodass ich es auch machen musste. Ich fand sie Klasse! Sie war es auch, die mir sagte, dass ich den Papst am Sonntag live beim Angelusgebet erleben könnte. DANKE!

Uhr, Smartband, Ring

Auf dem Hin- und Rückweg konnte ich im Flugzeug am Fenster sitzen und hatte so einen Ausblick auf die Alpen, den Po und die Städte Frankfurt und Rom beim Landeanflug.

Der Po in Italien!

Auch nicht schlecht…

Ich war mit Google Maps allseits gut bedient und habe irgendwann die Funktion Live View entdeckt! Das war genial, weil man dann bei unklarer Ansage oder schlechtem Empfang genau sehen konnte, wo man weiter laufen musste. Das ist mir bisher entgangen und kann ich nur jedem empfehlen!

Google Live View – genial

Die engen Gassen, die noch nicht überfüllten Restaurants, die angenehme Atmosphäre, das alles war genial. Dass ich nirgends anstehen musste, war Kalkül und ich bin selig, dass es dann auch 5 Tage lang so war.

Das Wetter, der strahlend blaue Himmel, das leckere italienische Eis, das Summerfeeling, die Klimaanlage im Hotel.

Was ich mir nicht angeschaut habe, aber auch einladend aussah, war das Waxfigurenkabinett bei mir um die Ecke. Ich habe nur die Schaufenster fotografiert. Klar, dass der Papst und Mutter Teresa nicht fehlen dürfen!

Ein großes Geschäft mit Edelsteinen hat mir auch gut gefallen. Ich habe keinen gekauft, jedoch ein paar schöne Exemplare fotografiert

Die im vatikanischen Museum aufgehängten Wandteppiche in der hier dargestellten Größe, benötigten eine Knüpfzeit von ca. sieben bis zehn!!! Jahren. Das hat mich beeindruckt. Und es hingen sehr viele von diesen großen Teppichen an der Wand!

Teppiche im vatikanischen Museum

Die päpstliche Schweizergarde mit Kostümen, die nicht Michelangelo entworfen hat. Unser Reiseführer vor Ort erzählte uns dies, aber Wikipedia straft ihn Lügen! Andererseits ist es ja auch egal.

Päpstliche Schweizergarde

Morgen oder die nächsten Tage werde ich weitere Highlights in Bildern veröffentlichen. Für heute verabschiede ich mich, wo doch gerade Deutschland bei der Europa-Meisterschaft im Fußball bei strömendem Regen ein Tor kassiert hat!

Hier regnet es auch und mein Garten freut sich.

Also bis dann.

Liebe Grüße eure

Katharina Palatina

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ADDIO ROMA

Der letzte Tag, das letzte Frühstück. Es ist Zeit – ciao Bella Italia!

Es waren schöne Tage, sonnige Tage und erlebnisreiche Tage. Ich habe eine wunderbare Zeit erlebt. Es war für mich ausschlaggebend, dass ich geimpft und die Stadt noch nicht von Touristen überlaufen war. Dass Italien ab 14.6. in die weiße Zone zurückkehren wird und die Inzidenz entsprechend niedrig ist, war Voraussetzung, dass ich mich getraut habe zu fliegen. Erst am Samstag, 19.6. wurde in Rom erstmals seit über einem Jahr die Sperrstunde aufgehoben. Die Italiener, die vom Tourismus leben, waren entsprechend gut gelaunt – und sind es immer noch. Die Freude und der Überschwang sind zu spüren. Wie auf Drogen. Kein böses Wort, nur Freude und Freundlichkeit, Entgegenkommen und Unterstützung, wenn man sie braucht.

Aufladen meines Smartphones im Restaurant, im Park oder wo auch immer – das Personal war glücklich, mir helfen zu können.

Gestern Abend bin ich auf dem Weg zu meinem Hotel noch in einer Eisdiele gelandet – ein letztes italienisches Eis auf die Hand kaufen.

Na gut. 2 Minibällchen für 3,50 Euro ist ein stolzer Preis. Allerdings war es wirklich unschlagbar lecker. Mango schön fruchtig und Cocos mit Raspeln drin.

Minieis zum Maxipreis mit Maxigenuss

Den Trevi-Brunnen wollte ich auch noch einmal sehen. Er war wieder spärlich besucht, ok. Es war Montag und ich denke, Samstag und Sonntag war es voller dort. Am Brunnenboden konnte man auf jeden Fall schon wieder eine Menge Münzen liegen sehen. Eine Münze über die rechte Schulter nach hinten werfen bedeutet: Ich komme wieder nach Rom. Zwei Münzen über die rechte Schulter werfen bedeutet: Ich werde mich in einen Italiener verlieben. Beides schließe ich für mich aus (ich habe 2 Münzen geworfen *lach*).

Oben stehend habe ich die Szenerie beobachten können. Alles friedlich. Weitgehend ohne Masken. Polizei war vor Ort. Offenbar darf man am Brunnen keine Speisen verzehren. Zumindest wurden zwei Frauen mit ihrem Essen aus der Hand nach oben gebeten.

Ein süßlicher Geruch umgab mich plötzlich, als ich sah, dass drei Personen genüsslich einen Joint konsumierten. Zwei Männer und eine junge Frau – alle schwarz gekleidet, einer mit T-Shirt mit Cannabisblatt in voller Brustgröße. Das wäre alles ziemlich ok – ich kenne die italienischen Gesetze hierzu nicht. Was aber nicht ok war:

Die drei hatten sich E-Scooter geliehen und fuhren nach dem Genuss des Joints mit den Dingern durch die Straßen Roms. Hm… das kann gefährlich werden. Rom ist voll von diesen Scootern und oft kommen die in Straßen angerauscht, in denen man davon ausgeht, dass sie nur Fußgängern vorbehalten sind. Na ja. Ich bin sicher nach Hause gekommen. Es waren noch 10 Minuten zu laufen. Die letzten 200 m auf dem berüchtigten Kopfsteinpflaster, das Löcher, Unebenheiten und kleine Fallen aufwies. Es gab aber noch wesentlich gefährlichere Pflasterungen, die ich leider nicht fotografiert habe! Das letzte Stück war menschenleer – ich fühlte mich als Alleinreisende in Rom zu keiner Zeit unsicher.

Die Ansprachen der Straßenhändler ignorierte ich, schaute diese erst gar nicht an und lief einfach weiter, eine entsprechende abwehrende Handbewegung machend. Keiner wurde länger aufdringlich. Als ich im Sitzen angesprochen wurde und ein etwas penetranter Mensch mich mit Komplimenten und Fragen nach Name und Herkunft belästigte, habe ich ihm klar gesagt, dass ich mich nicht unterhalten möchte. Dann ist auch er abgezogen.

Straßenmusiker gab es auch wieder. 2 Saxophonisten, 2 Gitarristen, ein Akkordeonspieler und eine Sängerin mit Gitarre habe ich gesehen, aber aufgrund der Hitze und meines straffen Programms weder angehört noch finanziell gewürdigt.

Es ist Zeit Abschied zu nehmen!

Heute früh gab es dann noch ein Hindernis in Zusammenhang mit meinem Rückflug nach Deutschland zu überwinden. Die Bordkarte war noch immer nicht wie auf der Hinfahrt auf mein Handy geliefert. Opodo, mit diesem Reisevermittler habe ich gebucht, schrieb, es gäbe Schwierigkeiten und ich solle die Fluggesellschaft kontaktieren. Dies schockierte mich und ich wurde nervös:

Wie war der Kontoname, das Passwort, die App nutzen oder doch besser deren Webseite?

In der Aufregung findet man erstmal gar nichts mehr. Shit! Doch mit Geduld, frühem Aufstehen und etwas Beharrlichkeit, sowie einem direkten Draht zur Lufthansa konnte ich dann um 7.30 Uhr vom Smartphone aus einchecken.

Mein Covid-Test-Ergebnis habe ich per E-Mail erhalten und ihn mir zur Sicherheit noch von der Hotel-Rezeption ausdrucken lassen. Ich denke mir immer, so ein Smartphone könnte ja mal kaputt oder verloren gehen. Und dann??? Also ich liebe es safe!

Mein Shuttle ist bestellt!

Mit dem gleichen Shuttle-Service wie bei der Ankunft geht es direkt ab Hotel für 20 Euro zum Flughafen Fiumicino – FCO. Das ist die beste Möglichkeit und angenehmer als mit dem Zug vom Termini, dem Hauptbahnhof Roms, aus. Da hätte ich mit Gepäck in der Hitze – um 10.30 Uhr war es bereits 30 von 32 zu erwartenden Grad – über 30 Minuten laufen oder ein Taxi nehmen müssen – und das wäre insgesamt auch nicht günstiger gekommen (Zug 14,- €).

Mein Koffer leistet mir Gesellschaft

Ich habe im Hotel bereits ausgecheckt. Der Bus kommt erst nach 35 Minuten ab Bestellung. In dieser Zeit schreibe ich am Blogartikel weiter und sitze im angenehm klimatisierten Warteraum. Ein freundlicher, sympathisch auftretender Shuttle-Busfahrer holt mich ab. Er ist sehr nett und zuvorkommend. Ganz anders als auf der Anreise. Mein Koffer wird ins Auto gehievt, am Flughafen fährt er mit dem Aufzug mit mir und noch zwei Niederländerinnen, die wir in Rom aufgesammelt hatten, in die Terminalhalle. Ich hätte den Weg erstmal alleine nicht gefunden.

So – das hat geklappt.

Angekommen im Flughafen und noch jede Menge Zeit. Oder doch nicht? Als erstes den Koffer aufgeben… dann kann ich mich unbeschwert im Duty free Shop umschauen.

Ich erhielt von der Lufthansa eine E-Mail mit dem Hinweis, dass ich mich zur Gepäckaufgabe an Schalter 227 begeben solle. Dort angekommen, wurde ich von einem wartenden Ehepaar aufgeklärt, dass dies der Business-Schalter sei. Hm… ich fliege Economy – nicht Businessclass. Was sollte ich tun? Ich konnte auch nicht mehr in die andere Warteschlange. Ich stand hier bereits 30 Minuten, weil eine 3-er Gruppe irgendwelche Probleme mit den Reisedokumenten und Gesundheitsnachweisen hatte.

Die Dame an Schalter 227 war sichtlich genervt und unfreundlich. So dann auch zu mir. Sie motzte mich an, dass ich hier nicht einchecken dürfe… Dabei ging es nur um die Kofferaufgabe. Alles andere hatte ich online erledigt. Sie wollte mich abweisen. Auch als ich ihr die E-Mail von Lufthansa zeigte.

Sie tobte sowas wie: Du kleiner Wurm. Was erlaubst du dir, dich hier in der Businessclass einzureihen? Zu Poden mit dir! Geh mir aus den Augen!

Sie wollte mich wegschicken. Ich wiederholte mich und zeigte die E-Mail von Lufthansa von heute früh.

NEIN! Du gehörst hier nicht her! Aber damit ich dich Wurm endlich los bin… gib her den Koffer! Und geh mir aus den Augen! Typisch römische Theatralik!

Also das war eine 1-Minuten-Angelegenheit, meine Passdaten im Computer abzugleichen, um den Kofferaufkleber zu produzieren.

Ich weiß ja nicht, ob die Koffer in der Business Class auf Samt gelegt werden. Oder ob die eine besondere Behandlung erfahren. Oder gar nach Hause geliefert werden. Auf jeden Fall war diese überforderte Schalterdame das unfreundlichste Wesen auf meiner ganzen Reise.

Ich war aufgewühlt und den Tränen nahe. So eine ungerechte Furie. Mir verging die Lust am Umschauen im Duty Free Shop. Obwohl… kurz bei Bulgari reingeschaut und einen schönen goldenen Ring für 1000 Euro anprobiert. Ah – da ist auch ein Louis Vuitton Shop mit edlen Sachen.

Ein kurzer Blick auch in diesen Laden – und es war einfach genug. Zeit für die Heimreise.

Auf dem Weg zum Flieger stand unverhofft das öffentliche Klavier. Ich setzte mich dran. Drückte einen C-Dur Akkord, spielte ein paar Arpeggien und entlud die negative Energie über die Tasten in den Boden des römischen Flughafens. Sollen sie sich den Ärger in Italien behalten. Ich nehme ihn nicht mit.

Ich freute mich, endlich in der Wartehalle meines Abfluges angekommen, auf das leckere Brötchen, das ich mir am Frühstückstisch üppig belegt hatte. Jetzt wo ich zur Ruhe gekommen bin! Na, wo isses… ahhhhh – im Kühlschrank des Hotels verblieben. Mist!

Wartebereich ‐ gleich geht es los!

Im Flieger gab es wie schon auf der Hinreise das leckere Lufthansa-Schoko-Täfelchen. Das hat mich gerettet und zusammen mit dem guten Elisabethen – Wasser durch den Tag gebracht.

Mittagessen

Jetzt freue ich mich auf zu Hause!

Die Alpen – beeindruckend!

Ankunft in Frankfurt und Heimreise

Mein Garten freut sich

Wieder daheim, wurde ich von meinem Kater begrüßt. Er freute sich und wollte gleich mit mir spielen.

Filou freut sich

Mit den weltbesten Nachbarn konnte ich auf die erlebnis- und erfolgreiche Reise anstoßen und meine Freude über die gesunde Rückkehr teilen.

Die Nachbarn freuen sich

Morgen werde ich ein paar Fotos zusammenstellen und einiges als Nachlese schreiben, was mir zum Rom-Aufenthalt noch einfällt und für mich auch als Erinnerung wichtig erscheint.

Schließlich habe ich mir mit dem Rom-Blog ein Reisetagebuch geschrieben, in das ich selbst immer mal wieder gerne reinschauen werde.

Ich bedanke mich bei euch allen, die ihr mitgelesen habt und freue mich natürlich auch über Feedback!

Ganz liebe Grüße

Eure Katharina Palatina

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Katharina relaxed in ROM

Ich lasse es mir gutgehen!

Tag 5 – oh je – letzter Tag, morgen geht es wieder nach Deutschland!

Frühstück

Heute habe ich mir vorgenommen, mir nichts vorzunehmen. Es gäbe noch einige Möglichkeiten, den letzten Tag zu füllen. Ich wollte mir ein Schmuckstück als Andenken mit nach Hause bringen. Ich könnte nach Souvenirs Ausschau halten. Ich könnte auch einfach relaxed shoppen und Sightseeing machen. Die Engelsburg besichtigen – wäre eine Möglichkeit.

Ich habe die letzten Tage viele alten Steine gesehen, manches war einfach auch nur sanierungs- oder renovierungsbedürftig, wie das Kopfsteinpflaster und die modernen Gebäude, die oftmals heruntergekommen aussehen. Genug davon! Und die vielen Geschichtsdaten, Kaiser, Päpste, Statthalter und Epochen von Rom, die kann sich eh keiner merken. Von der Engelsburg habe ich mir gemerkt, dass es als Mausoleum erbaut und später der Engel aufs Dach gesetzt wurde, nachdem Rom von der Pest befreit war. Ansonsten kann man eh alles in Wikipedia nachlesen (einfach auf den Link klicken!).

Und: Es haben sich einige berühmte Menschen dort im Gefängnis befunden und auch in den Tod gestürzt. Berühmtestes Opfer war wohl Puccinis Tochter. Das reicht mir! Die Brücke erinnert mich sehr an die Brücke in Heidelberg über den Neckar. Auch vom Menschenaufkommen her. Da wurde bestimmt was abgeguckt!

Also erstmal frühstücken um 9.30 Uhr. Die Geschäfte öffnen hier erst um 10 oder auch um 11 Uhr. Als ich loslief, hatte das Geschäft Cafè Noir um die Ecke noch nicht offen. Schade. Da wäre ich vielleicht fündig geworden. Und als ich um 19 Uhr den zweiten Anlauf nehmen wollte, hat die Dame hinter der Kasse gerade den Laden geschlossen, obwohl bis 19.30 Uhr offen sein sollte laut Türanschlag. Italienisch eben!

Café Noir

Also weiter Richtung Apotheke – zum Corona-Selbsttest… Moment mal, wie alt darf der Test sein? 24 oder 48 Stunden? Hm…. das war mal wieder nicht herauszubekommen. Möglicherweise brauche ich auch gar keinen Test, weil ich durchgeimpft bin. Also zweimal geimpft und die zweite Impfung länger als 14 Tage zurückliegt.

Das Apothekenzelt ist leer und ich beschließe mich zu erkundigen. Kostenlos? Für Flug geeignet? Papierzertifikat? Sofort oder später? Aufs Smartphone oder per E-Mail?

Am Zelt stand etwas auf italienisch. Das einzige was ich lesen konnte, war 22 €. Auf Frage bekam ich die Auskunft, ebenfalls nur auf italienisch, dass ich 32 € zahlen müsse und der Test aufs Smartphone geschickt werden würde. Na ja… sehr dubios. Meine Italienischkenntnisse reichen für eine weitere Aufklärung nicht aus. Also erstmal weiter in die Stadt, alte Steine fotografieren.

Roma Capitale

Zunächst die noch andauernden Ausgrabungen der Kommune.

Dann weiter zur spanischen Treppe. Die hatte ich doch glatt großräumig umgangen und ich hätte mich nicht nach Hause zu meiner Frisörin getraut, wenn ich nicht dort gewesen wäre. Sie hat mir diese Sehenswürdigkeit ans Herz gelegt, nachdem sie mir eine schwärmerische Erinnerung von 2003 erzählt hatte. Sie hat eine 3-Tage-Reise nach Rom geschenkt bekommen zum 40. Geburtstag. Der Hinflug mit Rayen Air kostete ungefähr 15 Euro und der Rückflug ca. 25 Euro. Es bestand außerdem damals keine Gefahr, nach Belarius entführt zu werden!

Spanische Treppe

Also ab in Richtung spanische Treppe (die eigentlich anders heißt, und zwar Scalinata di Trinità dei Monti) auf die man sich bloß nicht setzen darf. Ich hatte meinen Hintern kaum auf einem kleinen Pfeiler platziert, um ein Selfie zu schießen, wurde ich auch von der Policia mit einem schrillen Pfiff und einem eindeutigen Handzeichen zurechtgewiesen!

Kein Mensch sitzt auf der Treppe. Tatsächlich nicht!

Nach dem Aufstieg bis ganz nach oben wurde ich mit einem wunderschönen Rundblick belohnt. Ah – Danke Stella. Das hat sich gelohnt. Es ist schwül und heiß… meine Schuhe – die Blinki-Blinki-Schuhe, fangen an zu reiben.

Das hatte ich befürchtet. Nicht umsonst habe ich meine Treckingsandalen im Rucksack, die ich kurzerhand oben am Berg getauscht habe. Ist halt nix mit schicken Schuhen auf dem römischen Pflaster. Nicht umsonst gab es früher die Römersandalen, die mussten flexibel auf alle Unebenheiten reagieren können und anpassungsfähig sein.

Keiner sitzt!

Auf dem Weg über der Treppe hatte ich einen atemberaubenden Blick über die Stadt. Ich konnte die Kuppel vom Petersdom und die anderen überragenden Bauwerke wiedererkennen. Sehr cool! Zum ersten Mal sah ich auch berittene Polizei. Sehr anmutige und beeindruckende Tiere…

Den Piazza del Popolo musste ich unbedingt auch noch aufsuchen, sonst wäre mein Kollege Andreas beleidigt. Auch diesen Platz hatte ich bisher ausgespart. Also nix wie hin, um die Empfehlung zu würdigen! Doch was war das? Die Fußballeuropameisterschaft hat sich die komplette Fläche erobert.

Piazza Popolo

Offensichtlich ist hier der Public Viewing Platz der Römer. Einlasskontrollen werden durchgeführt und wie im Flughafen, vor allem die Taschen durchleuchtet. Das ist hier Standard – auch bei allen anderen Touristenattraktionen musste ich meine Tasche abgeben zur Kontrolle! Also kein schöner Platz, sondern eine zugebaute Fläche. Na gut. Den Fußballfans sei er gegönnt. Das war es dann also mit den Sehenswürdigkeiten. Jetzt geht es in die Geschäfte!!!

VALENTINO

Ein Geschäft nach dem anderen… Mango, Benetton, Louis Vuitton, ein kühler Einkaufstempel, Valentino, Galleria San Pietro, Ghezzi..

Ghezzi hat mich sehr beeindruckt. Hier kaufen Priester und Bischhöfe ein. Monstranzen, Kutten, Gewänder, Bischhofsmützen – was das Katholikenherz begehrt. Die Auswahl war riesig. Preise standen keine dran, schade. Das hätte mich interessiert. Aber doch auch wieder nicht so, dass ich das Geschäft betreten hätte, um zu fragen. Aber warum eigentlich nicht? Ach nein, ich respektiere ja das Ding mit dem Katholizismus. Ich möchte es nicht verunglimpfen. Also nicht reingegangen.

Souvenirgeschäfte gibt es reichlich. Doch ich konnte nichts finden, was nicht kitschig oder total unnötig war.

Tja liebe Daheimgebliebenen – es wird nichts geben. Ich habe beschlossen, alles in Rom zu lassen. Selbst für mich habe ich keinen Ring gefunden. Es gab einfach NICHTS. Wirklich, nichtmal ein Kleidchen wollte ich – und die waren schön und günstig. Auch keine Schuhe – ich habe kein Bedürfnis nach irgendwas. Das ist doch eine tolle Nachricht und ein gutes Zeichen. Ich bin wunschlos glücklich!

Souvenir, Souvenir

Also weiter – endlich den Coronatest machen. Anderes Zelt, neues Glück. Hier konnte man sogar eine Nummer ziehen und es gab einen Nummernanzeiger, wer denn jetzt dran kommt.

Wartenummer-Zettelchen ziehen. Oh je!

Hm… das dauert. Es war 14 Uhr und ich hatte geschätzte 2 Stunden zu warten, bis ich dran kommen sollte. So richtig wusste das aber keiner. Es warteten schon einige Menschen vor dem Zelt. Kurzerhand lief ich noch durch die Gassen. Als ich zurückkam, waren noch immer 25 Nummern vor mir. Hm… Schwül, heiß und alles ungewiß. Ah – ein Louis Vuitton Geschäft direkt nebendran. Das ist garantiert klimatisiert. Und umschauen kostet nichts.

Also rein – und von einem netten Herren im Anzug empfangen. Ich sagte, dass ich mich nur mal nach Handtaschen umschauen wollte. Oh Gott, jetzt in den Trackingsandalen, und ich hatte vergessen, den Lippenstift vorher nachzuziehen. Na ja – Maskenpflicht auch da drinnen! Ich schaute mich um: Taschen gab es und die kosten tausende Euro – je nach Modell. Es gab auch Schmuck. Das war mir gar nicht bewusst. Ich wollte doch ein Schmuckstück mit nach Hause bringen. Aber auch hier: mehrere tausend Euro – egal was.

Ich fragte eine nette Dame, ob sie mir ihr teuerstes Schmuckstück zum Anprobieren zeigen würde. Sie antwortete, dass das teuerste Schmuckstück eine Diamantkette sei und 56.000 Euro kosten würde. Diese dürfe ich allerdings nicht anprobieren. MIST. Ok. Dann fragte ich nach dem teuersten Schmuckstück, das ich anprobieren dürfe. WOW!

Ein Diamantarmreif für 41.000 €. An meinem Handgelenk. Das gefiel mir ziemlich gut. Jedoch gab ich zu, dass ich es mir (noch) nicht leisten könne. Danach wollte ich mich noch weiter im Laden umschauen.

Mir wurde Jessica zur Seite gestellt, die hilfsbereit und sehr freundlich durch den Laden führte. Geduldig erklärte sie mir Materialien, zeigte mir Schmuckaufbewahrungskästen, nannte mir auf Nachfrage Preise. Ich fühlte mich wie eine Prinzessin!

Am Schluss wollte sie mir ein Armreif für 3.500 € verkaufen. Hätte ich auch sofort genommen, aber vielleicht doch erst im nächsten Jahr?

Ich wurde schon unruhig, weil ich dachte, ich verpasse meinen Testtermin. Sie bestand darauf, mir noch und noch und noch was zu zeigen. Ich erklärte, ich sei überwältigt und brauche Bedenkzeit und müsse jetzt erstmal raus aus dem Geschäft. Und tatsächlich: Ich habe meinen Termin verpasst. ARGH… so eine heilige Sch… Ich hatte Nummer D 15. Und gerade wurde D 17 angezeigt. D 16 war gerade drin. Hm… sehr unfreundlich wurde ich angebafft, warum ich denn weggegangen sei und dass ich jetzt warten müsse. Wie bitte? Ich habe 2 Stunden gewartet, um gesagt zu bekommen, ich müsse warten? Ich fragte die anderen Wartenden, ob sie was dagegen hätten, wenn ich jetzt meinen Termin wahrnehmen würde. Und es war gar keine Frage. Sie ließen mich „vor“.

OK. Getestet und Personalien aufgenommen. Nach weiteren 2 Stunden sollte das Ergebnis per E-Mail übersandt werden. Keine Papierausgabe. Und wieder mein Gedanke, was die Menschen ohne Smartphone wohl machen. Egal. Nicht mein Problem. Irgendwie hat es mir dann gereicht. Und zum Glück war der Test dann auch negativ!

Test Negativ

Ich lief zum Hotel zurück. Duschen, Klimaanlage an, ruhen. Blogartikel vorbereiten. Anziehen. Rausgehen zum Essen auf zur letzten kulinarischen Runde. Hatte ich erzählt… ach nein. Jener Lukullus der vor der Geburt Christi in Rom lebte und verschiedene hohe politische Funktionen hatte, war bekannt für seine geschmackvollen Essensevents. Er hat angeblich im Schnitt pro Gelage, bei denen die Gäste eingeladen waren, umgerechnet 6 Millionen Euro verprasst. Das erklärte uns zumindest der Führer in den vatikanischen Museen. Ein Essen – 6 Millionen Euro. PUH.

Eigentlich wollte ich wieder in das tolle Restaurant vom ersten Abend. Also Google Maps bemüht und zielstrebig zum Hostaria de‘ Pastini. Ich hatte es eigentlich schon erreicht. Doch da war er wieder. Der Geschäftstüchtige! Er hieß Danielle. Er wolle mich nicht überreden… aber alles homemade und überhaupt. Ein paar Meter vorm Ziel wurde ich abgefischt. Ich habe es nicht bereut. Es war sehr sehr wirklich sehr lecker!

Das war ein super Tag, auch wenn ich weder ein Andenken für mich noch Souvenirs ergattern konnte. Wer weiß, was der Abend noch bringt. Ich verabschiede mich bis morgen. Liebe Grüße

Eure Katharina Palatina

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Katharina beim Papst

Tag 4 der Romreise

Nachtrag zu gestern:

1000 Miglia Teilnehmer?

Gestern kam noch ein illustrer Zeitgenosse an meinem Tisch vorbei. Den wollte ich euch nicht vorenthalten. Die Veranstaltung „1000 Miglia“ fand vom 16. bis 19.6. statt und ist eigentlich ein Oldtimer-Rennen. Ich habe am Donnerstag, also meinem ersten Abend, schon einige Fahrzeuge bewundern und beobachten können und die alten, meist offenen Fahrzeuge gefilmt, wusste damals aber noch nicht, dass sich 1000 Miglia dahinter verbirgt. Der lustige Vogel scheint mir ein Sammler und ein bisschen durchgeknallt zu sein, mit seiner Gieskanne, die er hinter sich herzog!

1000 Miglia Teilnehmer!

Und unten – das war Fabio – mein geschäftstüchtiger Eisverkäufer, der mich mit Chips und Bier an sich binden wollte. Der war einfach froh, dass ein Gast bei ihm vor der Tür saß. Ansonsten hatte er nur Laufkundschaft! Nach Schließung des Ladens gegen Mitternacht wollte er sich betrinken gehen – und mich mitnehmen. *Lach* Oh nein, um 22 Uhr war ich in meinem Hotel!

Fabio

Und ganz strange war die Person – ob es eine Frau war, konnte man nicht erkennen – die in der Sonne am Boden lag, um zu Betteln. Das muss man erstmal aushalten. Ob da Zwang oder Selbstaufgabe dahinter zu vermuten ist? Ich will es gar nicht wissen… Das war an der Mauer der vatikanischen Museen, als ich nach der Führung in der Mittagshitze wieder zurück in die Stadt lief. Einfach menschenunwürdig!

Franziskus – ich verbringe meinen Sonntag mit dir!!!

Rote Schuhe, papstadäquat!

Heute ist Sonntag und ich habe Großes vor. Ich möchte den Pabst zu Gesicht bekommen. Ich habe gehört, dass er um 12 Uhr das Angelus-Gebet aus einem Fenster beten wird und dass man das vom Petersplatz aus verfolgen kann… Das hat mir die coole indische Nonne, meine Sitznachbarin im Flugzeug, erzählt. Also das würde mir völlig reichen – eine Audienz ist wegen mir nicht nötig, da ich nicht gläubig bin. Nur neugierig und offen für alle möglichen Lebensideen!

Also sollte ich wieder um 8 Uhr aufstehen, 9 Uhr zum Hopping Bus, 11 Uhr auf dem Petersplatz sein – so mein Plan. Gestern wurde mir allerdings erklärt, dass meine Haltestelle wegen einer politischen Aktion oder Demonstration am Sonntag früh nicht angefahren werden kann. Das wäre ärgerlich – denn mein Ticket ist nur noch bis 10 Uhr früh am Sonntag gültig – dann sind die 48 Stunden leider um und ich werde nicht mehr in den Bus gelassen.

So entschloss ich mich heute früh, als ich um 6 Uhr noch im Bett liegend den Tag gedanklich plante, dass ich zu Fuß gehen werde. Google Maps zeigte mir, dass ich nur 32 Minuten Fußweg haben werde. Das ist praktisch ein Mittagspausenspaziergang und völlig ok.

Ich liebe Google Maps!

Auf dem Weg zum Petersplatz habe ich auch meine Covid-Teststation gefunden. Ist nur 10 Minuten von meinem Hotel entfernt. Sehr gut. Hier in Rom stehen vor den Apotheken die Zelte, in denen sich jeder testen lassen kann. Ich muss nämlich einen Schnelltest vorweisen, wenn ich ins Flugzeug einsteigen möchte am Dienstag. Das wurde klar kommuniziert im Flugzeug durch die Lufthansa – Crew im Gegensatz zu meiner Anreise. Da konnte mir keiner sagen, dass ich ihn NICHT brauche. Geschichte!

Ah… Hier kann ich mich morgen testen lassen!

Auf dem Petersplatz angekommen – er ist um 10 Uhr noch leer, entschied ich mich zunächst auf die Kuppel hochzufahren – mit dem Aufzug.

Da bin ich.

Es durften entweder nur Familien oder bis zu 3 Personen in den Aufzug rein, damit die Abstandsregeln eingehalten werden konnten. Normalerweise ist der Aufzug für 21 Personen gleichzeitig vorgesehen.

Aufzug ganz korrekt!

Ich besorgte mir einen Tourguide. Und welch technische Rafinesse: Kein Gerät zum Mitnehmen und Umhängen, wie sonst üblich wird verkauft, sondern man wird angewiesen eine App aus dem Google Play Store herunterzuladen und zu installieren. Sie heißt „VOX CITY“. Dann zahlt man 5 Euro für die Kuppel-Führung und 10 Euro für die Dom-Führung. Die entsprechenden Führungen werden vom Personal ausgesucht, so dass man nicht alleine gelassen wird. Vatikan ganz modern und auf der Höhe der Zeit!

Man kann sich damit die einzelnen Erklärungen mit Bild und Ton jederzeit und vor allem auch für immer aufrufen. Am besten mit Bluetooth-Kopfhörern, dann hat man nicht das Geknuddels mit den Mundschutzgummis.

Ich bin immer wieder begeistert, was heute alles Online so geht und frage mich jedes Mal, was die anderen machen, die nicht so internetaffin sind wie ich und keine große Datenpakete laden können oder wollen. Aber so ist nun mal die technische Entwicklung. Ich baue ja darauf, dass es so weitergeht, weil praktisch, aber sich doch bitte einiges im Senioren-Bereich tun sollte. Also alles könnte einfacher, selbsterklärend und auf persönliche Bedürfnisse zugeschnitten sein. Damit alle am Fortschritt teilhaben können.

Die beiden Führungen – Klasse!

Nun gut – auf der Kuppel angekommen, bot sich natürlich eine atemberaubende Aussicht – wer hätte denn das gedacht! Da ich schon in den vatikanischen Museen und auch sonst viel unterwegs war, konnte ich mich erstens gut orientieren und zweitens den Guide zielstrebig nutzen! Hier einige Bilder für den Eindruck und zum Neidisch machen!

Nach dem ausführlichen Genießen der Aussicht stieg ich die Treppen hinab, wollte ich doch den Papst um 12 Uhr live erleben. Auf der Kuppel wurde es außerdem langsam voll und heiß. Über 30 Grad und ein bisschen schwül war es, sodass es gut war, dass ich mir die Führung durch den Dom für später aufbewahrte. Da drinnen kann man schön abkühlen und auf gepolsterten Kirchenbänken ausruhen und neue Energie tanken.

Der Petersplatz war heute wesentlich gefüllter als am Freitag. Das war zu erwarten. Das päpstliche Wappen, das auf einem roten Teppich zu sehen war, hing an der Fassade unterm Fenster des Arbeitszimmers, was bedeutete, dass der Papst für das Angelusgebet bereit ist. So brauchte ich nicht lange warten, bis es losging. Bevor ich ihn sehen konnte, hörte ich es am Gekreische und Applaus der Menge, die durch einen günstigeren Standpunkt in das Innere des Zimmers schauen konnte. Ich stand zunächst an der Seite, weil ich dachte, da wäre ich näher dran und er würde sich weiter aus dem Fenster lehnen… Ha ha ha. Nein, klar – Sicherheitsgründe! Außerdem wurde auf Großbildschirmen das Gebet übertragen. Er las seine Rede, die er ausschließlich in italienisch hielt, ab. Sehr gut gefallen hat mir, dass er am Ende einige Gruppen spontan persönlich begrüßte. So eine Pilgergruppe aus Peru, aus Polen, italienische Pfadfinder und auch andere Gruppen, die natürlich jubelten, als sie angesprochen wurden. Die Atmosphäre erinnerte mich an den Katholikentag in Berlin und Freiburg, an denen ich in den 80er Jahren noch teilgenommen hatte.

So voll war der Platz seit über 1 Jahr nicht mehr

Da ich ja nur ganz schlecht italienisch spreche – ich habe immerhin vor fast 35 Jahren einen Volkshochschulkurs besucht – habe ich mir im Hotel auf vaticannews.va im Internet die deutsche Fassung angehört. Das sollte ja auch bisschen sinnig sein, dass ich mir das gebe. Als Ungläubige – jedoch ist mir dieser Papst sympathisch und ich denke, er macht seine Sache ganz gut – und nein, ich möchte darüber keine Diskussion anfangen.

Kurz zusammengefasst:

Evangelium und Auslegung, Marien-Gebet, Begrüßung der internationalen Gruppen aus Polen, Peru und der italienischen Pfadfinder, Mahlzeit (ja wirklich, er hat den Zuhörern Mahlzeit gewünscht). Den genauen Inhalt und Wortlaut könnt ihr auf Deutsch über den obigen Link und auch auf You Tube anhören.

Nach der recht kurzen ungefähr 20-minütigen Präsenz des Papstes begab ich mich wieder in das Innere des Domes.

Leider musste ich wieder warten, was aber nicht schlimm war. Ich konnte schon einige Stationen auf meinem Tourguide anhören, so dass ich im Dom selbst nicht mehr allzulange verweilen musste.

Meine erste Schlange in Rom
Rucksack durchleuchten. Der Hut musste auch mit durch!

Immerhin war ich insgesamt 5 Stunden nur auf dem heiligen Gelände unterwegs. Von 10 bis 15 Uhr.

Nach einer kurzen Überlegung und Picknick-Pause entschloss ich mich heute, ausnahmsweise direkt wieder in das Hotel zu begeben. Es war schwül, ich war verschwitzt, die Füße taten mal wieder weh.

Also war Entspannung und Erfrischung angesagt!

Alle Klamotten aus, duschen, Klimaanlage an, 1 Stunde ruhen, den Blogartikel schreiben und zur Veröffentlichung vorbereiten.

Das war dann meine Tätigkeit, die ich abschließen wollte, bevor ich mich nochmals in die ewige Stadt begab, um etwas zu Essen. Ein Salat schwebte mir vor!

Das mit dem Salat hat geklappt

Ich sitze bei mir um die Ecke mit Blick auf den Concordia-Platz und genieße die Kühle des Abends. Auf dem Weg hierher kam ich auch am Wax Kabinett vorbei. Vielleicht schaue ich mir das morgen noch an. Spanische Treppe, Engelsburg und Piazza Popolo sind noch im Kopf. Ich bin entspannt.

Polizeipräsenz nach dem Fußballspiel

Der Blogartikel geht jetzt raus. Es war wieder ein toller Tag. Ich bin glücklich. Die Italiener sind es auch, weil ein bisschen Normalität zurück ist und außerdem das Fußballspiel 1:0 ausgegangen ist. Daumen hoch!

Ich verabschiede mich für heute und freue mich, wenn ich euch auch erfreuen konnte.

Liebe Grüße

Eure Katharina Palatina

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Katharina in Rom – Tag 3

Heute beginnt der Tag wieder um 6 Uhr – nein – nicht mit dem Frühstück. Heute habe ich meinen Blogartikel von gestern feingeschliffen. Gestern war ich wirklich fix und alle. Hitze, Kilometer, Füße, Rücken – Kopfsteinpflaster. Das ist wirklich manchmal richtig gefährlich, denn es ist nicht das deutsche, ordentlich gepflasterte Kopfsteinpflaster. Es ist italienisches Kopfsteinpflaster und genauso wenig genormt, wie die Treppenstufen überall. In Deutschland kann man sich ja drauf verlassen, dass die Stufen einheitlich sind und keine Sturzgefahr besteht. Ich sage nur TÜV!

Harmloses Kopfsteinpflaster

Das Foto kann nicht wiedergeben, wie schief, kuhlig, unregelmäßig und gefährlich das Pflaster in echt ist. Na ja – nicht so wichtig.

Mein Zimmer liegt zum Glück nicht an der stark befahrenen Straße, sondern zum Hinterhof raus. In Kombination mit der Klimaanlage ist es perfekt. Meine erste Befürchtung, dass die Glocken lästig werden könnten, hat sich bisher noch nicht bestätigt. Also bin ich zufrieden und ausgeschlafen.

Klar, um 8 Frühstück, um 9 zum Hopper Bus, Stadtrundfahrt und deutsche Erklärungen nochmals ins Ohr.

Wieder Hop On

11 Uhr Richtung Vatikanstadt. 12.45 Uhr Führung. Das tolle an der Online-Buchung ist tatsächlich, dass man per Mail über eventuelle Änderungen informiert wird, den Voucher zugesandt bekommt und – wie in meinem Falle – sogar vom Touristenführer telefonisch in Kenntnis gesetzt wird, dass die ganze Führung um 30 Minuten nach hinten verschoben wird (warum auch immer). Das passierte mir gestern Nachmittag. Mein Handy klingelte. Ich vermutete einen Notfall – Hotel? Einreisebehörde? Gesundheitsamt? Meine Nachbarin aus Deutschland mit einer schlechten Nachricht? Auf jeden Fall war es eine italienische Nummer – ein Werbeanruf? Ich kann kein italienisch -Hilfe. Beherzt und mutig nahm ich das Gespräch an. Ein englisch sprechender Italiener, den ich sogar verstand, war in der Leitung. Er klärte mich über die verspätete Führung auf. So brauchte ich nicht am Treffpunkt verunsichert zu warten. Puh, ganz schön praktisch – und hat gar nicht weh getan.

Sonne, Sommer, Hitze. Doch habe ich heute vorsichtshalber mein langes Kleid angezogen, geschlossene All Star Sneakers an die Füße und meine leichte Weste in den Rucksack gepackt.

Nicht dass sich noch einer wegen sexueller Anreize und halbnackten Schultern gereizt fühlt in dieser heuchlerischen katholischen Umgebung. Möchte die Zahl der gezeugten und verstoßenen Kinder durch den Klerus im Vatikan nicht mal andeutungsweise wissen!

vatikangerechte Kleidung

oh… bedeckter Himmel? Na ja. Trotzdem 50er Sonnenmilch aufgetragen und Sonnenhut aufgesetzt. Das wird noch!

An meiner Hopping Station bin ich 40 Minuten zu früh angekommen, weil ich die Zahl 5 als 3 gelesen habe im Halbschlaf. Also erster Stop 9.55 Uhr und nicht 9.35 Uhr. So hatte ich Gelegenheit zur Unterhaltung mit dem Ticketverkäufer. Ich fragte ihn nach einer Powerbank und wo ich eine erwerben könnte. Er wusste, dass es im Termini für 10 Euro eine zu kaufen gibt. Also wird meine erste Hop off Station der Hauptbahnhof sein. Die Wartezeit überbrücke ich jetzt großzügig mit Handynutzung: Informationen recherchieren und am Blogartikel weiterschreiben. Ach… was ich für positive Erlebnisse habe. Ich vertraue einfach darauf, dass alles gut wird, ignoriere aufkommende Ängste und tatsächlich: Alles wird gut!

Power für mein Smartphone

Es hat geklappt. Am Bahnhof standen wieder die Straßenhändler mit kleinen Wasserflaschen, eisgekühlt, Strohhüten, Selfiesticks und diesen Ladegeräten made in China. Beim Aussteigen aus dem Bus sprach mich der Erste an. Ich lehnte dankend ab, lief zur Ampel und wollte das Gerät im Bahnhof in einer ordentlichen Verkaufsstelle erwerben. Der zweite Straßenhändler, geschäftstüchtiger und sympathischer als der Erste, hat sich an der Ampel an mich herangepierscht. Na gut. 10 Euro für 15.000 mAh erschien mir ok. Ausprobiert, funktionierte, schien voll geladen zu sein. Also bin ich gleich wieder in meinen Bus ongehoppt und hatte 30 Minuten Zeit gespart. So habe ich keinen Stress mit meinem Führungstermin, den ich sonst erst in letzter Minute erreicht hätte. Ein kleiner Verkehrsstau hätte mich schon als Zuspätkommerin erscheinen lassen. Und schlimmstenfalls hätte ich 41 Euro in den Sand gesetzt.

Einmal muss es sein

Um 12 Uhr am Treffpunkt angekommen, setzte ich mich in eine kleine Pizzeria und bestellte eine Cola, um die Zeit zu überbrücken. Lecker – obwohl ich erklärte Cola Gegnerin bin und diese Getränk nicht in mein Haus hole, trinke ich es im Urlaub zumindest einmal und kann es dann auch genießen. Gleich vor meinem Tisch wurde auch Wein verkauft.

Straßenverkauf auf italienisch

12.20: Telefon klingelt wieder, italienische Nummer, ich erhalte Nachricht, dass die Führung gleich losgeht. Ok. 12.15 gebucht. Auf 12.45 verschoben. 12.20 gefragt, ob ich schon auf dem Weg sei. 12.35 Abmarsch in einer kleinen Gruppe. Die spinnen die Römer!

Nach einer kurzen Einführung geht es los. Der Tourguide ist Italiener und spricht sehr gut Deutsch.

Einführung am Treffpunkt

Er erklärt und führt uns sicher durch die vatikanischen Museen und zeigt uns den Weg zur sixtinischen Kapelle, in der weder gesprochen, noch getrunken und vor allem nicht fotografiert werden darf.

In Anbetracht der Unmengen an Bildhauerei, Malerei, Mosaiken und Teppichknüpfkunst ist es fast unmöglich hier in Kürze etwas zu schreiben. Es war überwältigend.

Zum Abschluss habe ich mir noch den bisherigen Fuhrpark der Päpste angeschaut. Von der 6-spännigen Kutsche bis hin zum Papamobil… alles ist ausgestellt.

Hier spielt Geld keine Rolle. Es gibt viel Platz und wenn es zu eng wurde, wurde angebaut. Es befinden sich hier unschätzbare Werte aus zwei Jahrtausenden. Finanziert auf Kosten der Ärmsten aus Zehnt und Kirchensteuer. Den Künstlern ist kein Vorwurf zu machen. Die waren genial. Michelangelo, Raphael und da Vinci sind nur die Aushängeschilder. Unzählige erschufen ähnliche Meisterwerke!

Im Mai und Juni sind üblicherweise 30.000 Menschen TÄGLICH in den Museen. 17 Euro Eintritt ohne Führung und ohne Besichtigung der päpstlichen Privatgärten…

So… das war beeindruckend. Ich lief zurück in die Stadt und gönnte mir in der erstbesten Eisdiele drei Bällchen Eis und ließ mein Handy aufladen. Die Powerbank war gelinde gesagt nicht leistungsfähig.

Italienisches Eis

Der Eisdieleninhaber war ebenso geschäftstüchtig wie seine Landsleute und überzeugte mich, dass ich noch sitzen bleiben sollte, bis mein Handy etwas voller geladen sei. Na gut. Nun sitze ich hier bei Chips und Bier und genieße das rege Treiben.

Chips und Bier

Rom lebt auf! Heute ist erstmals die Sperrstunde seit 18 Monaten aufgehoben. Es wird eine intensive Nacht erwartet. Leider ohne mich. Ich bin genug unterwegs gewesen und werde mich bald ins Hotel zurückziehen. Morgen möchte ich schließlich dem Papst zuhören und ihn sehen, wenn er um 12 das Agnusgebet aus einem Fenster vorträgt!

Also bis dann. Ja und ich freue mich auch über den 4:2 Sieg der Deutschen Fußballer.

Liebe Grüße eure

Katharina Palatina

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Katharina in Rom Tag 2

Ich genieße.

Ich genieße diese Stadt, die mir nicht auf Anhieb sympathisch war… Doch der erste Tag war mega! Ich habe es gestern Abend tatsächlich noch zum Trevibrunnen geschafft. Er war toll beleuchtet und durch die wenigen Menschen wirkte der Springbrunnen so friedlich. Die Carabinieri achteten auf die Maskenpflicht. Ich schätze, dass sich keine 100 Personen dort aufgehalten haben.

Natürlich habe ich das Geld über die rechte Schulter geworfen, sonst bringt es ja nichts. Und es sollte ja was Sinnhaftes hinter dem Tun stehen!

Wusstet ihr, dass vor der Pandemie TÄGLICH 4000 € in den Brunnen geworfen wurden? Entsprechend viele Besucher müssen dann auch täglich dagewesen sein… Na ja. Nach dem Münzen-Wurf hat mein Handy schlapp gemacht und ich bin dann gegen 22 Uhr ins Hotel zurück. Ich glaube, ich habe mittlerweile 3 Powerbanks zu Hause.

Unbenutzte.

Heute frage ich mich, wo die eigentlich sind. Hätte ich mal besser eine davon mitgenommen.

Greenline Tours für 48 Stunden gebucht!

Also Tag 2 begann – nein – nicht mit dem Frühstück! Er begann um 6 Uhr im Bett mit der Buchung eines Hop-On Hop-Off Busses. Meine deutsche Stadtführerin Anna, die ich per WhatsApp kontaktiert hatte, hatte eben sowenig Zeit wie ihre Kollegin Anett „Die deutsche Römerin“, die sie mir empfohlen hatte.

Also entschloss ich mich, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Diese Online-Bucherei ist dermaßen praktisch… Und klappt 100 PRO – einfach, sicher, schnell. Ich habe mir die 48 Stunden – Option gewählt, die mit der ersten Fahrt heute früh um 10 beginnen sollte.

FRÜHSTÜCK!

Um 8 ging ich dann zum Frühstück… Für italienische und vor allem coronabedingte Verhältnisse gab es ein richtig Gutes. Ich aß die Süßteilchen zum Kaffee und konnte ein Schinken-Käse-Brötchen mitnehmen, um für den Notfall gerüstet zu sein. Den Yoghurt nahm ich mit aufs Zimmer für abends als Betthupferl. Mango – Banane – konnte ich nicht stehenlassen.

Gegen 9 Uhr bin ich zum Ausgangspunkt der Citytour gelaufen. Das war notwendig, um einzuchecken. Laut Google Maps ca. 20 Minuten zu Fuß. Also ich wusste ja, dass Rom auf 7 Hügeln erbaut wurde, doch heute habe ich es erlaufen und gesehen.

Geschafft. Ich sitze im Tourbus!

Zunächst bin ich die ganze Hoppe – Tour einmal durchgefahren, ohne auszusteigen, um mir einen Überblick über die Wege und Entfernungen der einzelnen Sehenswürdigkeiten zu verschaffen. Dann entschied ich mich, das Kolosseum zu besuchen – auf eigene Faust. Dort angekommen, ging ich zum Kassenhäuschen – keine Menschenschlange, nur wenige Touristen davorstehend – Chaka!!! Und siehe da – die Kassen waren geschlossen und es war tatsächlich NUR eine online-Buchung möglich.

Da frage ich mich, was Menschen ohne Smartphone und ohne Internet machen. Ah – da gab es noch was – REISEBÜRO, die müssen schließlich auch noch was zu tun haben. Noch bevor ich mein Handy in der Hand hatte, um zu buchen, kümmerte sich wieder ein geschäftstüchtiger Mensch um mich – mit Erfolg. Ich konnte direkt und ohne Wartezeit an einer deutschsprachig geführten Tour teilnehmen. Bezahlung war vor Ort mit EC-Karte (ich hatte nicht genug Bargeld dabei) möglich.

Diese Führung war spitze und würde ich jedem empfehlen. Der Reiseführer – ein junger in Rom lebender Berliner – hat alles sehr anschaulich und überzeugend erzählt. Mit einer Bildermappe hat er dazu noch Vieles veranschaulicht, wie z.B. die verschiedene Baustadien des Kolosseums, Zeichnungen von Kampfsituationen mit den Gladiatoren und andere interessante Dinge! Sehr interessant fand ich, dass die untere Etage komplett für Requisiten aufwendig gebaut war. Es fanden dort Sonnenzelte, Käfige für Raubtiere und Menschen, Verkleidungen für die Gladiatoren etc. Platz. Und sehr beeindruckend war die Ausführung zum Veranstaltungsmanagement: 50.000 Besucher fasste das Kolosseum. Und diese waren durch ein ausgeklügeltes System innerhalb von 20 Minuten drinnen und auf ihren Plätzen und ebenso schnell wieder draußen. Es gab eine strenge Regelung wer wann durch welchen der 80 Ein- bzw. Ausgänge zu gehen hatte. Nach Schichten, Geschlechtern, Bildungsniveau, Funktion und Einfluss. Der Haupteingang, durch den wir auch gingen, war dem Kaiser vorbehalten. Er fuhr mit der Kutsche vor. Die Grausamkeiten der damaligen Zeit (ca. 68 n.Chr. bis 500 n.Chr.) schilderte unser Reiseführer sehr plastisch, interessant und nachhaltig!

Zufällig war derzeitig eine Pompeji-Ausstellung im Durchgang, die wir natürlich dankbar und mit entsprechendem Mehr an Zeitaufwand konsumieren konnten.

Nach dieser 2-Stunden-Führung konnte man mit dem Eintritts-Ticket noch das Forum Romanum und den Palatinhügel gegenüber erkunden.

Bereits um 15 Uhr machte mein Handy mal wieder schlapp… Was tun? Ich brauche es ständig – vor allem um zu fotografieren, aber auch zum Buchen und zum Navigieren. Hm… beim Verlassen des Forums Romanum habe ich meinen ganzen Mut zusammengenommen und die Dame am Ausgang gefragt, ob ich mein Handy mal für 5 Minuten bei ihr laden dürfte… ich hätte meine Powerbank, also das kleine Energiebündel, mit dem man sein Handy unterwegs mit Strom versorgen kann, vergessen (was ja irgendwie auch stimmt). Mit immerhin 42 % bin ich dann weiter in Richtung der nächsten Hop On Station gelaufen.

Dann beschloss ich kurzfristig, in die Vatikanstadt zu laufen, weil ich da am Samstag zur Führung durch die sixtinische Kapelle und die Vatikanmuseen zu einer bestimmten Zeit an einem Treffpunkt sein musste. Ich wollte vorsorglich den Punkt ausmachen, damit ich nicht in Zeitnot oder Stress gerate. Schon mal vor Ort beschloss ich auch gleich mal zum Petersdom zu laufen. Eigentlich hatte ich das gar nicht vor, da ich nicht die angemessene Kleidung anhatte. Heißt es doch, dass Knie und Schulter bedeckt sein müssen und man keine kurzen Hosen oder Hut tragen dürfe. Schon ziemlich schlapp und mit wehen Füßen im Petersdom angekommen, überraschte mich auch hier, dass es nicht mehr Touristen anwesend waren. Es ist schließlich Wochenende und die Italiener hätten zumindest da sein können. So bin ich durch den Eingang – ohne Mühe – ohne Beanstandung – ohne Kritik an meiner nackten Haut und am Hut – in den Dom gelangt.

Der Einlass in die Basilika war fließend, meine Kleidung störte niemand, im Inneren des Doms waren wenige Menschen und es wurde gerade eine Messe abgehalten. Der abgetrennte Teil um den Altar war gut gefüllt und ein Priester hielt die Messe.

Da ich ja nicht so viel von der Kirche im Allgemeinen und insbesondere nichts von der katholischen Kirche halte, habe ich den Aufenthalt lediglich dazu genutzt, die Baukunst zu bewundern, mich im Seitenschiff abzukühlen um sodann etwas gestärkt in Richtung Hotel zu bewegen. Meine Füße taten trotz offener, bequemer Trackingsandalen weh und ich war einfach fertig – und mein Handy schon wieder am Leerwerden…

You’ve got a friend

Tatsächlich traf ich auf dem Rückweg noch einen musizierenden Straßenmusiker mit Gitarre, der „You`ve got a friend“ spielte, just in dem Moment, als ich an der Engelsburg über die Fußgängerbrücke zurücklaufen wollte. Kurzerhand übernahm ich den Gesang, da er offensichtlich nur instrumental mit Gitarre, iPad und kleiner Verstärkerbox, die an einer Autobatterie angeklemmt war, auftrat als Straßenmusiker. Die Polizei hatte ihn zuvor argwöhnisch kontrolliert und ließ ihn gewähren. Aber er erklärte mir, dass er wohl eine Stunde an der gleichen Stelle spielen dürfe und – dass er mal in Mannheim gelebt hätte. Wie klein die Welt doch ist!

Also endlich zurück zum Bus, um zurück in mein Hotel zu gelangen. Eigentlich wollte ich mir auf dem Heimweg ein Eis gönnen. Aber meine Füße taten weh, mein Rücken schmerzte und ich wollte nur noch ins Kühle, mich duschen und ausruhen. Da mein Handy quasi leer war, habe ich den letzten Kilometer mit dem Taxi zurückgelegt. Witzigerweise behauptete der Fahrer, er habe noch nie einen Touristen befördert. Ich sei die Erste. Er hat mich dann für 6 Euro sicher ins Hotel gebracht.

Ich war seine erste Touristin

Ich hätte Google Maps nicht mehr aufrufen können und für längere Suchaktionen hatte ich einfach keine Energie mehr. So sitze ich jetzt frisch und erholt im Hotelzimmer am Notebook und schreibe den Tag nieder. Aber jetzt reicht es mir einfach.

Morgen gibt es wieder mehr. Ich verabschiede mich für heute und werde den Tag Revue passieren lassen.

Liebe Grüße

Eure Katharina Palatina

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Katharina entdeckt ROM

Italien – ich komme!!!

Frankfurt Airport, Lufthansa Terminal

Oh Mannomann… was ein Stress. Wieso ist man immer so urlaubsreif, bis es dann endlich soweit ist, dass man in Urlaub fliegt?

Gestern konnte ich an meinem ersten Urlaubstag alles bequem vorbereiten. Für 5 Tage Rom ist das doch ein Klacks. Schließlich soll das Wetter mit 30er Graden stabil bleiben. So sollte die Auswahl an Kleidung und Schuhen nicht ganz so üppig ausfallen. Na ja – 15 kg habe ich zusammen bekommen plus 4 kg Notebook mit Zubehör. Ok. Alles gerichtet, 2 mal geimpft, 14 Tage sind auch vergangen, Plan im Kopf, wie ich vorgehen werde… sicher gibt es da nix groß zu beachten… na gut.

Vorsichtshalber nochmal das Internet bemüht. 17 Uhr, Seite des Auswärtigen Amtes.

Mein Adrenalinausstoß ist groß:

Die Italiener fordern eine Einreiseerklärung, Coronatest nicht älter als 48 Stunden. Laut Fraport-Seite ist ein Test im Flughafen möglich… aber – WAS brauche ich überhaupt… PCR, Antigentest? Und im Flughafen. Wartezeit? Reicht das überhaupt? Und wie bitte? 200,- € wenn es schnell gehen soll?

Das war alles so undurchsichtig und risikobehaftet… örtliches Impfzentrum schon geschlossen. Um 8 Uhr muss ich los nach Frankfurt. Das fängt ja gut an.

Mein Sohn rettete mich. Er kam zum Abendessen zu mir und konnte mir eine Impfstation kurz vor der Autobahnauffahrt benennen. Termine ab 6 Uhr im Minutentakt. Man darf auch mal Glück haben im Leben. Heute früh um 7.48 Uhr – Test negativ.

Ok. Erste Hürde geschafft. Gestern noch das Einreiseformular ausgefüllt und Bordingkarte und alle Unterlagen ausgedruckt.

Dann im Flughafen lief alles glatt.

Was mich überraschte:

Außer der Bordingkarte brauchte ich NICHTS. Weder hat irgend jemand interessiert, ob ich geimpft bin, Fieber oder einen Coronatest gemacht habe. Die Einreiserklärung wollte auch keiner sehen. Ok. Als ich im Flugzeug saß, konnte ich endlich entspannen. Und es sollte ein toller Tag werden!

Fensterplatz -Hurra!

Für einen 2 Stunden Flug sparte ich mir die Sitzplatzreservierung. Und – die göttliche Fügung bescherte mir einen Fensterplatz und eine coole japanische Nonne mit Smartarmband und einer Liebe zum Peace-Zeichen. Sie lebt in Rom. Ich fühlte mich gut aufgehoben, sodass ich gar nicht bemerkte, dass wir vom Boden abheben.

Die Nonne machte es mir vor. Cool!

In Rom gelandet, ging es mit einem kleinen Shuttleservice zum Hotel.

Es liegt mittendrin im Herzen der Stadt und ist ein kleines 4 Sterne Hotel mit dem Charme der typisch römischen altertümlichen Bauweise.

Ich habe ein gutes Gefühl und bin zufrieden mit meiner Wahl. Hatte ich doch vor einer Woche spontan das erstbeste Angebot gebucht!

Also: Klimaanlage an, Auspacken, Ruhen, W-Lan einrichten, Stadt erkunden.

Römisches Bad

Es sind nur wenige Touristen da und die Plätze mit den Sehenswürdigkeiten sind angenehm leer.

Die einzige mir aufgefallene Menschenansammlung demonstrierte am Musei Capitolini gegen die coronabedingten Maßnahmen.

Nach einem einstündigen Fußmarsch, bei dem ich sehr viele alte Steine sah, kam ich am Pantheon vorbei, das laut Google Maps vorübergehend geschlossen sei. War es aber nicht! Die Absperrbänder lassen erahnen, welchen Ansturm die Römer erwarten, nachdem die Inzidenz immer weiter rückläufig ist.

Durch enge Gassen mit kleinen Souvenirläden, Minimarkets, Eis, Obst, Gemüse und Schuhgeschäften lief ich weiter in Richtung Trevibrunnen. Den hatte ich mir für heute noch vorgenommen. Münze nach hinten über die linke Schulter… oder war es die rechte?

Vorbei an vielen kleinen Ristorantes, die allesamt sehr viele freie Plätze vorwiesen, wurde ich unversehens von einer engagierten Restaurantmitarbeiterin abgefangen. Sie und ihr Kollege umgarnten und lockten mich, sodass ich das Brunnenerlebnis erstmal verschoben habe.

Begrüßungssekt, Prosciutto mit Thunfisch, Pilze mit frischem Trüffel, vor meinen Augen auf die Tagliatelle gerieben, ein Cesanese del Piglio und eine Flasche Wasser ließen die Anstrengungen der Reise vergessen und machten mich glücklich. Es war meine erste Mahlzeit des Tages. Zu aufregend und ereignisreich war das Ganze.

Morgen möchte ich mir eine persönliche deutsche Stadtführerin gönnen: „Die deutsche Römerin“. Bin gespannt, ob das klappt!

Für heute verabschiede ich mich aus dem Reiseblog. Morgen geht es weiter. Vielleicht habt ihr Lust zu folgen und die Reise mit mir zusammen zu genießen. Dann sage ich einfach mal „bis bald“!

Liebe Grüße und Ciao eure Katharina Palatina❣

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Katharina Palatina

Saxophonistin, Sängerin, Erzählerin, Pfälzerin und Schreibkreative

Ich blogge über Mein musikerLeben und meine reisen

Die Pfalz

In der Toskana Deutschlands lässt es sich gut leben!

Katharina Palatina – http://www.katharina-palatina.de

Ich darf in einer der schönsten Ecken Deutschlands leben. Die Pfalz erinnert stark an die Toskana. Das Leben ist hier sehr lebenswert, die Menschen nahbar und entspannt. Dafür bin ich sehr dankbar. Hier kann ich meine Leidenschaften pflegen:

Seit ich denken kann beschäftige ich mich aktiv und bewusst mit Musik und habe schon viele verschiedene musikalische Wege beschritten. Bereits im Grundschulalter lernte ich mit orrf’schen Instrumenten und der Blockflöte umzugehen. Kinderchor und Kirchenchor, Geige und Gitarre begleiteten mich einige Jahre, bevor ich mich entschloss, Saxophon zu lernen. Mit Saxophon und Stimme habe ich dann eigene Bands, Combos und Soloprojekte verfolgt. Derzeit präsentiere ich ein mehrstündiges Soloprogramm mit Unterstützung von Playbacks für viele Gelegenheiten.  Als Schreib-Kreative liebe ich das Bloggen und werde mich hier auch über meine Urlaubsreisen, Erfahrungen und andere Themen austoben. 

Eure Katharina Palatina

Katharina Palatina

Live-Musik in Zeiten der Pandemie – Möglich?!

Saxophon macht glücklich!

PANDEMIE – März 2020

Ab März 2020 wurde uns allen so langsam mulmig. Nachdem ich ab Januar aufmerksam die Meldungen zur Verbreitung verfolgt hatte, hatte sich das Coronavirus, das im Dezember 2019 mutmaßlich erstmals auftrat, in unser Leben, in unser beschauliches, friedliches Deutschland geschlichen, uns nach und nach umzingelt und schließlich unser Leben lahmgelegt… Die Umstände, Entwicklung und die Konsequenzen sind hinreichend bekannt.

Nach der Winterpause – November 2019 bis März 2020 – klopfte die Auftrittssaison an die Tür. Mit der Rock’n’Roll Band Just for Fun waren bereits mehr als 10 Gigs vertraglich gebucht. Über das Jahr verteilt hätten wir bis in den späten Herbst hinein auf den Stadtfesten und größten Bühnen der Region in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg vor dankbarem Publikum unseren Applaus abgeholt, hätten Fun, Anerkennung und Geld haben sollen. Daneben waren auch einige Big Band Auftritte mit der Blue Light Big Band auf dem Plan.

Nicht zu vergessen, meine mir ans Herz gewachsene Soloauftritte. Katharina Palatina – Sektempfänge, Geburtstage, Hochzeiten und Firmenevents. Auf diese freute ich mich am meisten! Und dann das – du heilige Scheiße!!!

Anfang März wurde angekündigt, dass es ein Veranstaltungsverbot geben wird. Am Mittwoch, 11. März 2020, war es dann soweit. Alles stockte, alle Events wurden vorläufig gestoppt, bis nach Ostern hieß es. Die WHO erklärte die Epidemie zur weltweiten Pandemie. Wie immer, ist Wikipedia auf der Höhe der Zeit, man kann dort alles nachlesen. Klickt einfach auf den Link. Großveranstaltungen wurden vorerst verboten, es gab den ersten Lockdown. Das Leben, unsere gewohnten Freiheiten – plötzlich eingeschränkt. Unvorstellbar für die Nachkriegsgeneration…

Eine neue Zeiteinteilung brach an – das Leben vor der Pandemie, das Leben mit der Pandemie und bitte hoffentlich bald auch ein Leben nach der Pandemie. Jetzt, da ich meine vollständige Impfung erhalten habe und auf eine baldige Wiederherstellung von halbwegs normalen Lebensumständen hoffe, möchte ich hier einmal resümieren… Was war da alles, was war alles in meinem Leben, in meiner Wahrnehmung, in meiner glückseligen Heimat TROTZ Corona möglich, vor allem (auch) musikalisch?

Mein letzter Auftritt in der Öffentlichkeit mit Just for Fun am 08.03.2020

Ja, das war’s dann… erstmal wurde alles gestoppt. Und ehrlich gesagt… ich fand es gar nicht so schlimm. Diese Entschleunigung, diese Ruhe, keine Proben, keine Auftritte, keine gesellschaftlichen Verpflichtungen. Einfach nur zu Hause sich um sich selbst kümmern, entspannen, überlegen, was man am Heim verschönern, verändern könnte. Überlegen, was man sich kocht (statt Essen zu gehen). Ich entspannte mich und ich kümmerte mich um meine persönliche Entwicklung. Überlegte, was wirklich wichtig ist im Leben. War unendlich dankbar für das, was ich hatte. Überlegte, was mir Freude bereiten könnte. Überlegte, wie ich ANDEREN Freude bereiten könnte. Das Ergebnis:

Nachbarschaftsmusik – wie alles begann!

Am 22.03.2020 waren Musiker in ganz Deutschland aufgefordert, um 18.00 Uhr das Lied „Freude schöner Götter funken“ aus dem Fenster zu spielen, weil der Aufenthalt auf der Straße verboten war. Es war eine tolle Anregung, deren Ursprung ich nicht mehr finden kann. Ich habe von der Idee über Facebook erfahren. Zunächst skeptisch, dann mutig, habe ich mich entschieden, die Aktion zu unterstützen. Da ich eine supertolle Nachbarschaft habe, habe ich diese ermuntert, mich zu begleiten und mit allen gegebenen Möglichkeiten mitzumachen (Trommel, Gitarre und Geige).

Und tatsächlich: Pünktlich um 18 Uhr habe ich das Lied mit dem Saxophon gespielt, unterstützt von den „mit Abstand besten Nachbarn der Welt“. Alle fanden es Klasse, freuten sich, dass es endlich wieder Livemusik gab und zeigten sich mir gegenüber sehr dankbar.

Es war der Anstoß für mich, um in der Folge weitere musikalische Beiträge in der Öffentlichkeit vor meinem Haus zu performen. Die Anlässe ließen nicht auf sich warten: Ostern, Muttertag, Vatertag, Geburtstage, Adventssonntage, Heiligabend… Wieder Ostern, Muttertag und Pfingsten. Ich absolvierte einige Auftritte vor meinem Haus – mit gebührendem Abstand. Die Nachbarn standen gegenüber oder nebenan mit einem Glas Sekt, einer Flasche Bier, einem Glühwein oder auch Tee oder Kaffee in der Hand. Diese von mir initiierten Aktionen brachten uns alle ganz nah zusammen – trotz Abstandsregeln, Lockdown, Personen- und Haushaltsbegrenzungen. Es war eine wunderbare Zeit, eine positive Erfahrung für mich, die ich ohne die Pandemie nicht hätte genießen können!

Muttertag 2020 – Gedenken an meine verstorbene Mutter +2003 und meinen Bruder Wolfgang +20.04.2020

Ja, das war ein aufregendes, spannendes und auch sehr wertvolles Jahr für mich. Mitten im Sommer, als es mit den Infektionszahlen etwas zurückging, fuhr ich spontan in die Toskana, um an einem Gitarrenworkshop mit Michael Koschorreck teilzunehmen. Eine Nacht in Mailand, einen Tag in Florenz, einen Tag in Alterra. Es war traumhaft und ich konnte Musik, Urlaub und Abenteuer verbinden.

Ja – und dann war da noch der Auszug meines Sohnes im November. Irgendwann werden die Kleinen flügge. Es war eine weitere ungewöhnliche Erfahrung den jungen Mann in sein eigenes Leben zu entlassen. Ich bin froh und stolz, ihn soweit gebracht zu haben. Ich freue mich jede Woche über einen Besuch. Wir essen gemeinsam, tauschen und aus und – es hat gar nicht so weh getan.

Jetzt ist das Jahr 2021 schon fast halb vorbei und ich freue mich, auf weitere Musikevents. Zuletzt auf dem Musikantenbuckel – heute Nachmittag. Ich habe auf dem für die Öffentlichkeit geschlossenem Gelände, diesem wundervollen Weinbergsgarten – für den Besitzer und dessen Gäste Saxophon gespielt. Locker, ungezwungen und entspannt.

Anderen eine Freude zu bereiten ist in der Pandemie eines meiner Hauptanliegen.

Ich freue mich über die niedrigen Inzidenz-Werte und werde diese Woche verreisen und nach Rom aufbrechen. Das bietet sich an, da ich vollständigen Impfschutz habe und es noch nicht allzu heiß sein wird. Ich werde ab Mittwoch über diese Reise bloggen – Katharina entdeckt ROM! Erstmals bin ich ohne mein geliebtes Saxophon unterwegs… bin sehr aufgeregt und gespannt.

Rückmeldungen und Anregungen zu meinem Blog sind wie immer willkommen.

Herzlichst Eure Katharina Palatina

Musik ist mein L(i)eben

Musik ist mein Leben – und meine große Liebe

DEFINITIV

Anfangs noch ein bisschen unstrukturiert!


Puh… Zu dieser Erkenntnis muss man erst einmal kommen. Genauso wie zu der Erkenntnis:

Music was my first love..

Diesen Slogan benutze ich ja schon sehr, sehr lange. Hatte ich diesen Song doch schon einige Zeit vor meiner aktiven Musikkarriere schätzen und lieben gelernt.

Es ist der bekannteste Hit von John Miles und wurde bereits 1976 veröffentlicht und lief im Radio damals rauf und runter. Und in meinem Elternhaus lief immer irgendwo ein Radio. Egal ob in der Küche am Herd, bei meinen Brüdern im Zimmer oder im Esszimmer. Dort wurde es allerdings zur Essenszeit ausgeschaltet. Ich war also ganztägig umgeben von Musik, erledigte auch meine schulischen Hausaufgaben, schnell und unkompliziert mit Musik… wenn ihr wisst, was ich damit meine😎😂.

Ich hatte gerade mein unrühmliches Geigenstadium hinter mir gelassen. Ich war unglücklich darüber, dass ich ein Instrument lernen musste, was mir nicht zusagte. Hätte ich doch viel lieber Klavier, wie meine Freundin Meggy oder Gitarre wie mein Schulkamerad Kosho gelernt. Ich war unmotiviert, deprimiert, habe resigniert und überhaupt deutete nichts darauf hin, dass Musik noch eine wesentliche Rolle spielen würde in meinem Leben – obwohl: Immerhin sang ich im Kinder – und Kirchenchor, solange ich Teenager war. Hm… ansonsten?

2010… mit gebogenem Sopransaxophon, das jetzt von Florian Haubold gespielt wird!

Jazzgymnastik, Disco, Tanzschule, Karaokebar

Ich liebte Jazzgymnastik – ob als Schulsport oder in Gruppen außerhalb des edukativen Zwangs. Ich tanzte gerne, zunächst in der Dorfjugenddisco, später im Tanzkurs in der Tanzschule Wienholt – konnte bis zum Goldkurs der Tanzschule alles tanzen. Hatte leider nicht den adäquaten Tanzpartner, sodass ich nach dem Fortgeschrittenenkurs auch dieses Hobby nicht weiterverfolgte. So tanzte ich jedes Wochenende stundenlang auf den Tanzflächen der Diskotheken im Umkreis von 30 Kilometern meines Heimatwohnortes immer auch nach einem geeigneten Tänzer Ausschau haltend, der zudem charakterlich und optisch zu mir passen könnte.

FEHLANZEIGE!

Mit Tom Wa 2013 in Stuttgart. Begleitung zu Feeling Good

Ah ja, fast hätte ich es vergessen:

In unserem Haus lief das BASF-Tonbandgerät laut und heiß mit Beatles, Bee Gees, Simon and Garfunkel und den Rolling Stones. Das Gerät, damals eines der besten und modernsten, war der ganze Stolz meines Bruders und ich durfte das Wunder an Technik täglich genießen!

Meine Eltern waren sehr tolerant und geduldig… eine gewisse Zeit lang. Später haben meine „großen“ Brüder auch die Klassik entdeckt, sodass ich auch mit Bach, Beethoven, Mozart (Die kleine Nachtmusik), André Rieu und Ravel (Bolero) und so weiter beschallt wurde!

Dies kam mir zugute und ich liebte und liebe noch immer klassische Musik – in Maßen!

Waren die Fernsehsendungen SCHULD?

In Zeiten, in denen es nur 3 Fernsehprogramme gab und um Mitternacht das Testbild flimmerte und der Farbfernseher gerade mal erfunden war, fühlten wir uns reich! Und unter der Woche war das Sandmännchen definitiv das Letzte, was ich schauen durfte – Ende um 19 Uhr!!!

…bis ich dann auch mal den Heimatmusiksendungen meiner Mutter (eine waschechte Bajuwarin) beiwohnen durfte – meist am Samstagnachmittag.

Diese Volksfeste mit Blasmusik mochte ich zwar nicht ganz so gerne, denn das war aus meiner kindlichen Ansicht eben nur was für die Alten… Aber diese unverfänglichen Sendungen anzuschauen mit der Familie war immer noch besser, als sich langweilen oder alleine in seinem Zimmer zubringen zu müssen.

Karaoke Begleitung zu „Über 7 Brücken musst du gehen“

Interessanter und cooler fand ich „Die Hitparade“ mit Dieter Thomas Heck. Und da halte ich es wie Laschet:

Ich habe noch immer einige Textzeilen der Hits im Kopf… Er gehört zu mir, Mendocino, es geht eine Träne auf Reisen und Theo wir fahrn nach Lodz konnte ich mitsingen und lernte durch die Texte die wesentlichen Spielregeln, den Herzschmerz und Weisheiten für mein noch vor mir liegendes Leben kennen.

Die ersten 6 Lebensjahre sind prägend!

Also am Samstagabend durfte ich im ZDF die Hitparade gucken. Das war für mich als Vorschulkind etwas ganz Besonderes und lange Zeit das Highlight der Woche. Später kamen die immer beliebter werdenden Quizsendungen hinzu.

Hierzu gehörten insbesondere Musik ist Trumpf, Der goldene Schuss, Dalli Dalli oder Einer wird gewinnen damals noch mit Joachim Kulenkampff, Erkennen Sie die Melodie oder die Rudi Carell Show und nicht zu vergessen, die Montagsmaler und Der große Preis mit Wim Thoelke und Wum, dem niedlichen Hund.

Wum

Oh, was habe ich es geliebt, im Schlafanzug bei den Erwachsenen vorm Fernseher zu sitzen oder halb liegen zu dürfen! Ich war natürlich müde so spät abends…

Dalli Dalli lief meines Wissens Donnerstags Abends… stimmt das? Diese Sendung fand ich persönlich nicht so toll (ich bin eher eine Langsame und wetteifere nicht gerne). Aber es war eine gute Gelegenheit auch unter der Woche länger aufbleiben zu dürfen. Und es gab am Ende immer einen Abspann, der besagte, dass das Jochen BRAUER  Sextett die musikalische Begleitung der Show spielte. Das war für mich und unsere Familie etwas ganz Besonderes. Wir waren erstaunt, dass jemand den gleichen Namen wie wir hatte (also meinen richtigen damaligen Familiennamen).

Dalli Dalli

Ich erinnere, dass Palatina ein Künstlername ist. Kannten wir doch sonst niemanden der genauso hieß, wie wir! Nicht einmal in der uns bekannten Verwandtschaft gab es diesen Namen noch, weil die männlichen Brauers durch den Krieg weitgehend ausgelöscht waren.

Also Jochen Brauer war für mich ein besonderer Name, mehr zunächst nicht. Nicht wissend, dass ich 40 Jahre später mit ihm auf der Bühne stehen würde, nicht wissend, dass ich wie er Saxophon und Gesang auf der Bühne präsentieren würde. Er hat mich damals auch nicht beeindruckt, weder die Musik noch die Instrumente – es war einfach nur der Name im Abspann… Wow! Es gab jemanden, der so hieß wie ich und der im Fernsehen auftreten durfte. Das bewunderte ich – sonst NIX! Ich habe die Musik bestimmt nicht als unangenehm wahrgenommen. Und möglicherweise hat sich damals schon etwas in mein Unterbewusstsein eingeprägt. Denn Saxophon geriet erst in mein Radar als ich schon fast 30 Jahre alt war. Und es sollte nochmals fünf Jahre dauern, bis ich es tatsächlich erlernte.

Als ich dann mit Anfang 30 Gesangs- und Saxophonunterricht nahm, war mir Jochen Brauer nicht mehr präsent. Erst als ich ihn 2006 in Mannheim in der Feuerwache anlässlich einer Antirassismus-Veranstaltung spielen und das Lied „Georgia“ singen hörte, flammte die Erinnerung an ihn auf. Ich war hin und weg und nahm nach dem Konzert mit ihm Kontakt auf. Ich sagte zu ihm, dass ich ihn schon seit meiner Kindheit aus den TV-Shows kennen und dass ich mittlerweile selbst auch Saxophon spielen würde und dass ich auch den Song „Georgia“ im Gesangsrepertoire hätte.

Mein Herz klopfte. Dann eröffnete ich ihm, dass ich den gleichen Nachnamen tragen und ihn bewundern würde. Scherzhaft meinte er zu mir, dass wir ja mal gemeinsam Straßenmusik machen könnten. Ich erwiderte, dass ich dafür erst noch ein bisschen üben müsste. Ich war damals noch absolut schlecht , also ein „relativer“ Anfänger, der gerade mal begann, solistisch laufen zu lernen.

Das mit der Straßenmusik wurde leider nix

Na ja, mit der Straßenmusik hat es nicht geklappt mit Jochen, und ich habe mich auch nicht getraut, neben ihm mein Saxophon zu spielen, neben diesem virtuosen genialen Künstler und Jazzer… aber:

Bei einer Gelegenheit eines Auftrittes im Schlossgarten in Herxheim habe ich Jochen gefragt, ob ich mit ihm und seiner Band einen Song darbieten dürfte. Ich glaube, es war „All of me“, mein allererstes Sologesangsstück ever. Ich war ganz aufgeregt… Er war total nett und hat mich eingeladen und mir das Du angeboten! Boah…. toll, ein toller Saxophonist, ein toller Mensch, unaufgeregt, bescheiden und eine Ikone in der Jazz-Musikerwelt nicht nur Mannheims. Ich war so stolz. Ich sollte noch ein paar Mal die Ehre und Gelegenheit haben, mit ihm auf der Bühne zu stehen.

Einmal war ich als Gastsängerin mit seinem Jazzquartett mit Thomas Stabenow auf der Bühne und ein anderes Mal mit der Rhine-Stream-Jazzband.

Ich bin heute noch beseelt und es erfüllt mich mit Freude, wenn ich an diese für mich doch sehr aufregenden Auftritte denke. Am 02. Oktober 2018 ist Jochen Brauer gestorben. Er wurde 89 Jahre alt!

Ich bin für diese musikalische und noch mehr menschlich ergreifende Erfahrung wahnsinnig dankbar!

Rhine-Stream-Jazz Band anlässlich der Einweihung PX de Dom Mannheim

Ja – Musik ist mein L(i)eben, wenn ich zurückblicke, dann gibt es daran gar keinen Zweifel! Ich habe mit ihr meine tiefsten Tiefen überwinden können und so viel Freude in mein Leben gezogen. Ich freue mich über Rückmeldungen positiver oder auch anregender Art und auf den nächsten Monat, wenn ich euch im Juni wieder einen weiteren Blogartikel über meine Musikwelt präsentieren darf! Habt eine schöne Zeit❣

Herzlichst eure Katharina Palatina